Freitag , 25. September 2020
Polizisten räumen in der Silvesternacht eine Kreuzung im Stadtteil Connewitz. Quelle: Sebastian Willnow/zb/dpa

Silvesterrandale in Leipzig: Mehr als ein Jahr Haft für 29-Jährigen

In der Silvesternacht vor einem halben Jahr ist es im Leipziger Stadtviertel Connewitz zu Ausschreitungen gekommen. Nun wurde ein 29-Jähriger zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Er hatte drei Beamte beleidigt und in Gewahrsam einen Polizisten zu Boden gestoßen.

Leipzig. Nach Angriffen auf Polizeibeamte im Rahmen der Silvesterrandale am Connewitzer Kreuz in Leipzig ist ein 29-Jähriger zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden.

Das Amtsgericht Leipzig sprach den mehrfach vorbestraften Mann am Dienstag wegen tätlichen Angriffs auf und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Beleidigung sowie Bedrohung schuldig.

Es verurteilte ihn zu einem Jahr und zwei Monaten Haft. Eine Bewährungsstrafe komme wegen einer schlechten Sozialprognose nicht infrage, begründete Richterin Birgit Riedel die Entscheidung. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Verteidigung kündigte an, Rechtsmittel zu prüfen.

Polizisten mit Steinen und Böllern beworfen

Der Angeklagte war in der Silvesternacht von einem Polizisten zur Seite gedrängt worden, und hatte deswegen eine Trittbewegung gemacht. Getroffen hatte er aber niemanden. Bei der anschließenden Festnahme setzte er sich zur Wehr, beleidigte drei Beamte und bedrohte sie. Am nächsten Morgen stieß der 29-Jährige im zentralen Polizeigewahrsam einen Polizeibeamten zu Boden und beleidigte ihn ebenfalls. Verletzt wurde der 59-Jährige aber nicht.

Bei den Ausschreitungen in dem linksalternativ geprägten Stadtviertel waren unter anderem Steine und Böller auf die Polizisten geworfen worden, ein Beamter wurde am Ohr schwer verletzt. Mit diesen Taten steht der Angeklagte, der seit dem 2. Januar in Untersuchungshaft sitzt, aber nicht in Verbindung.

RND/dpa