Samstag , 31. Oktober 2020
NRW-Ministerpräsident verkündete für den Kreis Gütersloh einen sofortigen Lockdown bis Ende Juni. Quelle: imago images/Noah Wedel

Details zum Lockdown in Gütersloh: Was jetzt alles schließt, welche Regeln gelten

Der Kreis Gütersloh macht dicht: Das soziale Leben wird wegen des Corona-Ausbruchs beim Fleischverarbeiter Tönnies zurückgefahren. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet verkündete einen Lockdown bis Ende Juni. Was das bedeutet und welche Einrichtungen jetzt schließen müssen, erfahren Sie hier.

Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies wird im Kreis Gütersloh das soziale Leben wieder auf ein Minimum beschränkt. Das verkündete NRW-Ministerpräsident Armin Laschet am Dienstagvormittag.

Ab sofort verbieten die Behörden unter anderem wieder Sport in geschlossenen Räumen und zahlreiche Kulturveranstaltungen. Fitnessstudios würden im Kreisgebiet ebenso geschlossen wie Kinos und Bars, erklärte Laschet. Die Maßnahmen sollen vorerst bis zum 30. Juni gelten.

Für die Bewohner von Gütersloh gilt ausdrücklich kein Ausreiseverbot aus dem Kreisgebiet, betonte Laschet: “Wir haben keine Ausreiseverbote erteilt.” Das verhängte Kontaktverbot und die Lockdownmaßnahmen “gelten immer bezogen auf den Kreis”. Es würden damit die gleichen Regeln gelten, wie während der bundesweiten Kontaktverbote im März. Laschet appellierte aber an die Einwohner in Gütersloh, “jetzt nicht aus dem Kreis heraus in andere Kreise zu fahren”.

Gütersloh-Lockdown: Was jetzt alles schließen muss Fitnessstudios Bars Museen Kinos Kunstausstellungen Galerien Schlösser Burgen Gedenkstätten Hallenschwimmbäder WellnesseinrichtungenGütersloh-Lockdown: Die neuen Corona-Maßnahmen Kontaktbeschränkung auf Familien und Haushaltsverbund wie im März Im öffentlichen Raum nur mit zwei Personen oder im Haushalt Freizeitaktivitäten in geschlossenen Räumen, für die keine Maskenpflicht besteht, werden unterbunden – für Geschäfte besteht Maskenpflicht, die sind nicht betroffen Picknick und Grillen im öffentlichen Raum wird untersagt Restaurants und Speisegaststätten dürfen geöffnet bleiben, aber nur für Leute eines Hausstandes Reisebusfahrten werden untersagt, Stadtranderholungen und Ferienfreizeiten nur mit Erlaubnis der zuständigen Ordnungsbehörde.Corona-Tests ausgeweitet, Kitas und Schulen geschlossen

Rund 7000 Tönnies-Mitarbeiter stehen mitsamt ihren Familien seit einigen Tagen unter Quarantäne. Das Zentrum des Corona-Ausbruchs bei Tönnies liegt Laschet zufolge in der Fleischzerteilung. In dieser Abteilung gebe es die meisten Infizierten. Im Zuge dessen werden die Corona-Tests massiv ausgeweitet und für alle Bürger im Kreis Gütersloh kostenlos angeboten. Zudem sollen alle Mitarbeiter der Fleischindustrie in NRW sowie alle Bewohner von Alten- und Pflegeheimen auf Sars-CoV-2 getestet werden. Darüber hinaus werde man “eine repräsentative Durchtestung der Landesbevölkerung vornehmen”, um ein reales Lagebild zu bekommen, so Laschet.

Die Einhaltung der bereits verordneten Quarantänemaßnahmen gestaltete sich seit Tagen sehr schwierig. Die Landesregierung habe drei Einsatzhundertschaften der Polizei in den Kreis Gütersloh geschickt, schilderte Laschet. Die Polizisten sollten die Quarantäne der Mitarbeiter von Tönnies kontrollieren. Die Polizei werde die mobilen Testteams begleiten – auch Dolmetscher sollen dabei zum Einsatz kommen. Zur Not müssten die Behörden auch mit Zwang die Anordnungen durchsetzen. Es werde auch zusätzliche humanitäre Maßnahmen zur Unterstützung der Betroffenen geben.

Vor knapp einer Woche waren im Kreis Gütersloh bereits die Schulen und Kitas für 50.000 Kinder geschlossen worden.

RND/ka