Mittwoch , 30. September 2020
Bewohner von Paju nehmen an einer Kundgebung gegen die Flugblattaktion in Südkorea teil. Quelle: Ahn Young-Joon/AP/dpa

Südkorea: Aktivisten schicken schon wieder Flugblätter nach Nordkorea

Die Spannungen zwischen Seoul und Pjöngjang verschärfen sich immer weiter. Am Montagabend haben südkoreanische Aktivisten erneut Hunderttausende Flugblätter mithilfe von Ballons über die Grenze in den Norden geschickt. Aufhören wollen sie damit nicht, obwohl Nordkorea mit Vergeltung droht.

Seoul. Trotz Warnungen Nordkoreas haben südkoreanische Aktivisten erneut über Nacht Hunderttausende Flugblätter mithilfe von Ballons über die Grenze in den Norden geschickt.

Am Montagabend habe seine Organisation 20 große Ballons mit 500.000 Flyern, 2000 Ein-Dollar-Scheinen und kleinen Büchern über Nordkorea aus der Grenzstadt Paju losgeschickt, teilte Aktivist Park Sang Hak mit.

Die Flugblätter seien Teil des Kampfes für Gerechtigkeit und die Befreiung Nordkoreas, sagte Park, der aus Nordkorea nach Südkorea geflohen ist.

Park: Haben Nordkoreaner kein Recht auf die Wahrheit?

Park nannte den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un “einen Bösen” und seine Herrschaft eine “Barbarei”. Er werde weiterhin Anti-Kim-Flugblätter senden. “Da nordkoreanische Bewohner moderne Sklaven ohne Grundrechte geworden sind, haben sie nicht das Recht auf die Wahrheit?”, fragte er.

Die Aktion dürfte die Spannungen zwischen Seoul und Pjöngjang verschärfen. Pjöngjang hatte gedroht, derartige Aktionen zu vergelten. Südkorea hatte versprochen, das Schicken von Flugblättern zu verhindern und will demnach gerichtlich gegen Park und andere vorgehen, die seit Jahren derartige Aktionen durchführen.

RND/AP