Donnerstag , 22. Oktober 2020
Eigentlich sollte Philipp Amthor (l) neuer CDU-Vorsitzender in Mecklenburg-Vorpommern werden. Jetzt ist Michael Sack (r) für den Posten nominiert. Quelle: Britta Pedersen/dpa/Montage RND

Amthor-Affäre: Künftiger CDU-Chef Mecklenburg-Vorpommerns sieht Nominierung als Ehre

Alles sprach dafür, dass Philipp Amthor CDU-Chef in Mecklenburg-Vorpommern wird – bis eine Lobbyismus-Affäre ihn zum Rückzug drängte. Jetzt soll Michael Sack den Posten übernehmen, der seine Nominierung als Ehre bezeichnet. Der Kommissarische Landesparteichef Eckhardt Rehberg sagt, Sack sei „immer eine Option“ gewesen.

Schwerin. Nach dem Verzicht des Bundestagsabgeordneten Philipp Amthor soll mit Michael Sack ein ausgewiesener Kommunalpolitiker die Führung der CDU Mecklenburg-Vorpommerns übernehmen.

“Es kann nicht schaden, wenn jemand an die Parteispitze tritt, der die Probleme der Menschen aus seiner alltäglichen Arbeit kennt und mit Pragmatismus versucht, sie zu lösen”, sagte der kommissarische Landesparteichef Eckhardt Rehberg am Montag bei der Vorstellung Sacks in Schwerin.

Sack selbst bezeichnete die Nominierung als eine Ehre. Er wolle sich der Aufgabe als Landesparteichef mit aller Konsequenz stellen, sagte er.

„Michael Sack war immer eine Option“, betonte Rehberg. Der 46-jährige Landrat des Kreises Vorpommern-Greifswald sei schon zu Beginn des Jahres als möglicher Nachfolger von Vincent Kokert im Gespräch gewesen, der Ende Januar mit seinem überraschenden Rücktritt die Führungskrise in der Nordost-CDU ausgelöst hatte.

Rehberg hatte nach eigenen Worten den Kandidatenwechsel am Freitag erst unmittelbar vor der Sitzung des Landesvorstandes mit einem Anruf angebahnt. Die nach wie vor schwelenden Lobbyismus-Vorwürfe gegen Amthor hätten bei dessen weiterer Kandidatur für den Landesvorsitz der CDU in Land und Bund weiter schwierige Diskussionen beschert, sagte Rehberg zur Begründung. Amthor war wegen seiner Nebentätigkeit und Lobbyarbeit für ein amerikanisches IT-Unternehmen und der Annahme von Aktienoptionen massiv in die Kritik geraten und hatte daraufhin seine Bewerbung zurückgezogen.

RND/dpa