Samstag , 24. Oktober 2020
Cem Özdemir, Bundestagsabgeordneter der Grünen (Archivbild) Quelle: imago images/Christian Thiel

“Halte bitte die Fresse” – Cem Özdemir weist Interviewstörer zurecht

Der Grünen-Politiker Cem Özdemir wurde während eines Fernsehinterviews in Stuttgart aufbrausend. Als sich ein Störer ins Bild drängte, bat Özdemir ihn, “die Fresse” zu halten. Der Bundestagsabgeordnete bekam dafür einige Zustimmung, entschuldigte sich jedoch für seine Wortwahl.

Stuttgart. Cem Özdemir beweist Schlagfertigkeit. Während eines Fernsehinterviews zu den Krawallen von Stuttgart drängte sich ein Störer ins Bild und behauptete, Deutschland sei eine “Polizeidiktatur”. Der Grünen-Politiker sagte dem Mann, er solle “bitte die Fresse” halten. Auf Twitter entschuldigte er sich später für seine Wortwahl.

“Die Information, die wir haben, dass es keinen politischen Hintergrund hat, ist erst mal kein Anlass zu Entwarnung, im Gegenteil. Das macht es eher schwieriger, denn bei dem politischen Hintergrund ist klar, wohin man ermittelt”, sagte Cem Özdemir der “Welt am Sonntag” für den Fernsehsender Welt in der Stuttgarter Innenstadt. In diesem Augenblick drängte sich jedoch ein Mann ins Bild und erklärte: “Die Polizeidiktatur ist schuld!”

Hinterher entschuldigte sich Özdemir

Der Stuttgarter Bundestagsabgeordnete wollte sich jedoch offenkundig nicht einfach so unterbrechen lassen und entgegnete dem Störer: “Halte bitte die Fresse, danke, ich rede gerade.” Und: “Ich rede gerade. Wir sind hier in Deutschland, bitte Maul halten.” Im sozialen Netzwerk Twitter feierten einige Nutzer die Schlagfertigkeit des Grünen-Politikers. Der entschuldigte sich am Montagvormittag jedoch:

Immerhin habe er bitte gesagt, schrieb Özdemir. “Fresse” hätte ihm jedoch nicht herausrutschen dürfen.

In der Nacht zu Sonntag hatten laut Polizeiangaben mehrere Hundert Menschen in Stuttgart randaliert, Polizeiautos beworfen und Läden geplündert. Mehr als ein Dutzend Polizisten wurden verletzt und 20 Menschen vorläufig festgenommen. Vorausgegangen war den Angaben zufolge eine Polizeikontrolle anlässlich eines Drogendelikts, bei der sich viele Feiernde gegen die Beamten solidarisiert hatten.

RND/feh