Donnerstag , 24. September 2020
Horst Seehofer (CSU), Bundesinnenminister. Quelle: imago images/Future Image

Nach Ausschreitungen: Seehofer informiert sich in Stuttgart

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) will sich nach den Ausschreitungen in Stuttgart vor Ort ein Bild von der Lage machen. An den Krawallen in der Nacht zum Sonntag waren nach Angaben der Polizei 400 bis 500 Menschen beteiligt. Ex-Grünen-Chef Özdemir warnt vorm „Entgleiten“ von Jugendlichen.

Stuttgart. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) will sich nach den Ausschreitungen in Stuttgart vor Ort ein Bild von der Lage machen. Dies teilte das baden-württembergische Innenministerium am Montag mit. Innenminister Thomas Strobl (CDU) werde Seehofer um 12 Uhr zu einem Gespräch in seinem Büro treffen. Ab 13 Uhr sei ein Termin vor Ort in der Innenstadt geplant.

An den Krawallen in der Nacht zum Sonntag waren nach Angaben der Polizei 400 bis 500 Menschen beteiligt. Mindestens 19 Polizisten wurden verletzt. 24 Menschen wurden vorläufig festgenommen.

Der ehemalige Grünen-Chef Cem Özdemir sieht in den Ausschreitungen von Stuttgart einen Beleg für fehlenden Respekt und eine Verrohung der Gesellschaft.

“Nicht nur wir hier in Stuttgart müssen uns damit beschäftigen, wie es passieren kann, dass Jugendliche, insbesondere auch mit Migrationshintergrund, uns entgleiten. Den Glauben verlieren, dass man durch Fleiß, durch Arbeit, durch Schule, durch Ausbildung eine Perspektive in der Gesellschaft bekommt”, sagte der Stuttgarter Bundestagsabgeordnete in einem RTL-Interview.

Dazu müsse sich auch das Bild der Polizei in der Gesellschaft wieder zum Positiven verändern. “Die Polizei hier in Deutschland ist nicht der Feind, es ist unsere Polizei. Und das erwarte ich auch, dass das klar wird, dass alle Jugendlichen die Polizei als ihre Polizei betrachten”, so Özdemir.

RND/cle/dpa