Unter Druck: Der CDU-Bundestagsabgeordnete Philipp Amthor. Quelle: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dp

Amthor-Affäre: CDU-Politiker lässt weitere Nebentätigkeit ruhen

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Philipp Amthor ist wegen seines Einsatzes für das US-Unternehmen Augustus Intelligence unter Druck geraten. Nun gibt er eine weitere Nebentätigkeit auf. Der 27-Jährige will sich nach eigenen Worten “nicht noch angreifbarer machen”.

Berlin. Der in die Kritik geratene CDU-Bundestagsabgeordnete Philipp Amthor will eine weitere Nebentätigkeit ruhen lassen – und zwar für eine große Wirtschaftskanzlei. Er habe sich dazu entschieden, um sich “politisch nicht noch angreifbarer zu machen”, teilte Amthor dem Nachrichtenmagazin “Der Spiegel” zufolge über sein Bundestagsbüro mit.

Amthor hatte der Bundestagsverwaltung angezeigt, dass er als “freier Mitarbeiter” der Kanzlei White & Case zwischen 1000 und 3500 Euro im Monat erhalten habe. Der “Spiegel” schreibt, es gebe eine Verbindung zwischen White & Case und dem US-Unternehmen Augustus Intelligence, für das sich der 27-Jährige bei Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) eingesetzt hatte.

Wofür White & Case Amthor konkret bezahlt hat, ist demnach unklar. Der Politiker sei kein Volljurist und habe daher keine Befugnis zur selbstständigen Mandantenbetreuung, so der “Spiegel”. Den Verdacht, dass er über die Kanzlei als Honorar getarnte Zahlungen von Augustus erhalten haben könnte, wies Amthor aber zurück. Die Frage, ob er White & Case bei der etwaigen Akquise eines möglichen Augustus-Mandats geholfen habe, ließ der Bundestagsabgeordnete gegenüber dem Magazin unbeantwortet.

Amthor hat im Gegenzug für seinem Einsatz bei Altmaier Aktienoptionen des Unternehmens erhalten und mehrere teilweise offenbar recht luxuriöse Reisen unternommen. Seit Bekanntwerden der Vorgänge steht der Vorwurf der Korruption im Raum. Der CDU-Politiker betonte hingegen, er sei nicht käuflich.

Die Bundestagsverwaltung hat Amthor schriftlich um Aufklärung der Vorgänge gebeten.

RND/mdc