Schüler einer 3. Klasse in Freiburg sitzen vor einem Laptop. Quelle: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbil

1,2 Millionen Laptops für bedürftige Schüler in Deutschland?

Die soziale Herkunft steht in Deutschland noch oft im Zusammenhang mit schulischem Erfolg oder Misserfolg. Zumindest auf der technischen Ebene soll jetzt eine Lücke geschlossen werden: Bis zu 1,2 Millionen Laptops sollen für bedürftige Schüler in ganz Deutschland angeschafft werden. Damit rechnet zumindest die baden-württembergische Kultusministerin.

Stuttgart. Die baden-württembergische Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) rechnet damit, dass die Bundesländer in den nächsten Monaten bis zu 1,2 Millionen Laptops für bedürftige Schüler anschaffen werden. Allein in Baden-Württemberg sei der Kauf von rund 300.000 Laptops geplant, sagte Eisenmann dem “Handelsblatt”. Das von Bund und Ländern ausgegebene Ziel, dass die Laptops schon nach den Sommerferien bereitstehen sollen, sei aber “ambitioniert”. Dennoch seien Bund und Länder in der Pflicht. “Die soziale Herkunft hat bislang einen viel zu großen Einfluss auf den Bildungserfolg. Da kann es nicht sein, dass digitale Teilhabe vom Geldbeutel des Elternhauses abhängt.”

500 Millionen Euro vom Bund für digitale Endgeräte

Vor dem Hintergrund des Heimunterrichts wegen der Corona-Pandemie hat der Bund zugesagt, 500 Millionen Euro für die Anschaffung von digitalen Endgeräten für Schüler zur Verfügung zu stellen. "Davon bekommt Baden-Württemberg 65 Millionen Euro, die wir als Landesregierung verdoppeln", sagte Eisenmann.

Eisenmann, die im März 2021 als Spitzenkandidatin der CDU bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg ins Rennen geht, räumte Defizite bei der Digitalisierung des Bildungswesens ein. Sowohl bei der technischen Ausstattung als auch bei der Entwicklung digitaler Lernkonzepte müsse Deutschland besser werden.

“Wir brauchen die richtige Mischung aus analog und digital”, sagte sie. “Ich bin aber überzeugt, dass Schüler auch in 20 Jahren noch Goethes Faust in der Reclam-Ausgabe lesen werden - und auch sollten. Das kann Inhalte viel näherbringen als jede noch so gut gemachte Software.”

RND/dpa