Sonntag , 27. September 2020
Armin Laschet, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen. Quelle: imago images/Future Image

Laschet: Menschen gleich “welcher Herkunft” keine Schuld an Virus geben

Viel Kritik hat NRW-Ministerpräsident Armin Laschet für einen Satz über Rumänen und Bulgaren einstecken müssen. Nun stellt er klar: Es verbiete sich, Menschen gleich welcher Herkunft eine Schuld am Coronavirus zu unterstellen. Vielmehr gebe es eine Vielzahl von Risiken für die Verbreitung von Viren.

Düsseldorf. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat auf Kritik an seiner Aussage zum Corona-Ausbruch im Schlachtbetrieb Tönnies reagiert. „Menschen gleich welcher Herkunft irgendeine Schuld am Virus zu geben, verbietet sich. Mir ist wichtig klarzumachen, dass das für mich wie für die gesamte Landesregierung selbstverständlich ist“, teilte Laschet am Donnerstag mit.

Der Ministerpräsident hatte am Mittwoch auf die Frage, was der Corona-Ausbruch im Schlachtbetrieb Tönnies über die bisherigen Lockerungen aussage, geantwortet: “Das sagt darüber überhaupt nichts aus, weil Rumänen und Bulgaren da eingereist sind und da der Virus herkommt. Das wird überall passieren.” Mehrere SPD-Politiker hatten daraufhin eine Entschuldigung gefordert.

Laschet sagte am Donnerstag: „Es gibt eine Vielzahl von Risiken für die Verbreitung von Viren, dazu gehören auch die Bedingungen und die Form des Reiseverkehrs innerhalb Europas. Wir wollen ja aber gerade offene Grenzen und einen europäischen Arbeitsmarkt.“

Laschet kritisiert Arbeitsbedingungen in Fleischindustrie

Die Verantwortung liege damit woanders: “Wir müssen davon ausgehen, dass die Arbeitsbedingungen und die Unterbringung der Menschen dazu beigetragen haben, dass sich das Coronavirus unter den Mitarbeitern des Schlachtbetriebs in Gütersloh derart ausbreiten konnte.”

Der CDU-Politiker ergänzte: “Menschenunwürdige Arbeitsbedingungen von Beschäftigten sind weder in der Fleischindustrie noch in anderen Branchen hinnehmbar.” Gemeinsam mit der Bundesregierung wolle man “für ganz Deutschland bessere Regelungen schaffen zum Schutz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.”

Die Landesregierung tausche sich seit Wochen mit den Vertretern der betroffenen Länder aus, um substanzielle Verbesserungen bei den Bedingungen “insbesondere für Arbeitnehmer aus Bulgarien und Rumänien zu erreichen”.

RND/dpa