Freitag , 25. September 2020
Baden-Württemberg, Stetten: Ein Bundeswehrsoldat steht in der Alb-Kaserne. (Symbolbild) Quelle: Sebastian Gollnow/dpa

MAD-Mitarbeiter verriet vertrauliche Ermittlungsergebnisse ans KSK

Das KSK steht unter Druck, weil mehrere Soldaten unter Verdacht stehen, Extremisten zu sein. Aufklären soll der Militärische Abschirmdienst (MAD) die Fälle. Nun aber musste ein Mitarbeiter des MAD suspendiert werden – er hatte sensible Informationen an einen KSK-Soldaten weitergegeben.

Berlin. Der Militärische Abschirmdienst (MAD) hat einen Mitarbeiter der Extremismusabwehr suspendiert, der unerlaubt Informationen an einen Soldaten des Kommandos Spezialkräfte (KSK) weitergegeben haben soll. Der Verstoß sei durch eigene Sicherheitsmaßnahmen aufgedeckt worden, sagte ein Sprecher des Militärgeheimdienstes am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur weiter.

Es würden keine Verstöße gegen Pflichten zur Verschwiegenheit und Geheimhaltung geduldet. Zugleich könne ein politischer Hintergrund ausgeschlossen werden.

Nach Informationen der dpa hatte der MAD-Mitarbeiter Fotos eines Waffenverstecks zugänglich gemacht, bei dem die Polizei auf einen MAD-Hinweis hin in Nordsachsen auch Munition und Sprengstoff bei einem anderen KSK-Mann gefunden hatte. Der Waffenfund hatte Schlagzeilen gemacht.

Das KSK steht derzeit massiv unter Druck. Zuletzt hatte sich ein KSK-Hauptmann mit einem Brief an Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer gewandt. Darin beschreibt er die Eliteeinheit der Bundeswehr als eine Truppe mit rechtsextremen Strukturen. Er sprach von “unfassbaren Zuständen” und mahnte eindringlich an, dagegen vorzugehen. Die FDP hatte gefordert, die Fälle schnell aufzuklären und brachte auch eine Neuaufstellung der Einheit ins Spiel.

RND/dpa/cz