Sonntag , 25. Oktober 2020
NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) steht in der Kritik wegen seines Satzes zu Rumänen und Bulgaren. Quelle: imago images/Future Image

“Rumänen und Bulgaren”: SPD fordert von Laschet Entschuldigung

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hat Rumänen und Bulgaren für den Corona-Ausbruch im Schlachtbetrieb Tönnies verantwortlich gemacht. Harsche Kritik kommt von der SPD. Generalsekretär Lars Klingbeil und Thomas Kutschaty, Fraktionschef im NRW-Landtag, finden deutliche Worte.

Berlin. Die SPD hat von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) eine Entschuldigung für einen Satz über Arbeiter aus Rumänien und Bulgarien gefordert. Laschet hatte am Mittwoch in Berlin auf die Frage einer Journalistin, was der Corona-Ausbruch im Schlachtbetrieb Tönnies über die bisherigen Lockerungen aussage, geantwortet: “Das sagt darüber überhaupt nichts aus, weil Rumänen und Bulgaren da eingereist sind und da der Virus herkommt. Das wird überall passieren.”

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil bezeichnete es als “unsouverän, dass Herr Laschet als erstes die Bulgaren und die Rumänen, also die Arbeiter, die herkommen, um hier wirklich unter widrigen Umständen in der Fleischindustrie zu arbeiten, dass er die angreift.” Er erwarte daher eine Entschuldigung, sagte Klingbeil am Donnerstag “Bild”.

Laschets Argumentation sei „zudem völlig absurd“, sagte der SPD-Fraktionschef im NRW-Landtag, Thomas Kutschaty, der Deutschen Presse-Agentur. „Diejenigen, die Herr Tönnies tagtäglich ausbeutet, sollen jetzt Schuld für die Ausbreitung des Virus sein? Das kann nicht sein Ernst sein!“ Auch Kutschaty forderte eine Entschuldigung.

Auch in den sozialen Medien sorgte Laschets Zitat für Empörung und Spott. Moderator Jan Böhmermann twitterte: „Die Bulgaren und die Rumänen sind Schuld, wenn Armin Laschet nicht Bundeskanzler wird.“

Laumann verteidigt Laschet

Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) nahm Laschet am Donnerstag in einem Interview des Deutschlandfunks in Schutz: „Der Ministerpräsident hat mit dieser Aussage im Grunde sagen wollen, wir haben es mit einer Situation zu tun, die spielt sich in einem Schlachthof ab. Sie spielt sich nicht in unseren restlichen Teilen der Gesellschaft ab.“

Es gehe darum, “dass wir den Menschen sagen, jetzt brauchen wir keine Angst haben, keine Hektik haben, sondern wir haben es mit einem bis jetzt noch lokal begrenzbaren Ereignis zu tun.”

RND/dpa