Der ermordete Walter Lübcke (CDU), früherer Regierungspräsident von Kassel. Quelle: Uwe Zucchi/dpa

Gelnhausen: Rentner soll im Internet zu Mord an Lübcke aufgerufen haben

In Frankfurt (Main) steht der mutmaßliche Mörder des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke vor Gericht. Zugleich muss sich in Gelnhausen ein Rentner der Justiz stellen. Er soll im Internet zum Mord an Lübcke aufgerufen haben.

Gelnhausen/Kassel . Parallel zum Prozess um den Mord an Walter Lübcke ist am Donnerstag in Gelnhausen ein Rentner vor Gericht gekommen. Der 71 Jahre alte Mann soll im Internet unter anderem geschrieben haben, der Kasseler Regierungspräsident “gehört auf der Stelle abgeknallt”.

Die Anklage wertet dies als einen öffentlichen Aufruf zu einer Straftat, wie ein Sprecher des Amtsgerichts mitteilte.

Demnach veröffentlichte der 71-Jährige in einer Chat-Gruppe insgesamt zwei Hasskommentare zu einer Rede Lübckes. Die private Gruppe hatte rund 3000 Abonnenten. Die Verhandlung soll am 30. Juni (11.00 Uhr) mit der Vernehmung eines weiteren Zeugen fortgesetzt werden.

Prozess gegen Stephan E. und Markus H. läuft in Frankfurt

Lübcke war Anfang Juni 2019 mit einem Kopfschuss getötet worden. Der mutmaßliche Täter Stephan Ernst muss sich derzeit in Frankfurt (Main) vor Gericht verantworten. Mitangeklagt ist zudem Markus H., der in den Mord verwickelt gewesen sein soll.

Am Amtsgericht in Kassel musste sich zudem am Donnerstag ein 55 Jahre alter Mann verantworten, der verfassungsfeindliche Symbole verwendet haben soll. Unter anderem soll er auf dem Bahnhofsvorplatz den verbotenen Hitler-Gruß gezeigt haben. Das Verfahren wurde nach Angaben eines Gerichtssprechers eingestellt. Der Hessische Rundfunk hatte über die Fälle berichtet.

RND/dpa/cz