Donnerstag , 1. Oktober 2020
Die Statue “Kolumbus’ letzter Appell an Königin Isabella” wird aus dem Kapitol in Sacramento entfernt. Quelle: picture alliance / Richard Cummi

“Fehl am Platz”: Statue von Christoph Kolumbus wird aus Kapitol in Kalifornien entfernt

Der Name Christoph Kolumbus ist schon lange umstritten. Erst als Held gefeiert, wird inzwischen sein gewalttätiges Verhalten gegenüber den Ureinwohnern Amerikas scharf kritisiert. Parlamentarier in Kalifornien ziehen jetzt Konsequenzen.

Sacramento. Im Zuge der Debatte um Rassismus wird in Sacramento, der Hauptstadt des US-Bundesstaates Kalifornien, eine große Statue von Christoph Kolumbus aus dem Parlamentsgebäude entfernt. Seit 1883 steht die Statue namens “Kolumbus’ letzter Appell an Königin Isabella” in dem großen Kuppelsaal des Kapitols und ist heute “völlig fehl am Platz”, zitiert CNN aus einer Stellungnahme des Parlaments. Weiter heißt es in der Mitteilung: “Christoph Kolumbus ist eine historische Figur mit tödlichen Auswirkungen auf die indigene Bevölkerung.”

Kolumbus-Statuen beschädigt

Bei Protesten gegen den Rassismus in den USA wurden bereits mehrere Kolumbus-Statuen beschädigt oder zerstört. Der 12. Oktober, in den USA lange Zeit als “Kolumbus-Tag” gefeiert, wurde in mehreren Bundesstaaten in den “Tag der indigenen Völker” umbenannt.

Der italienische Seefahrer Christoph Kolumbus entdeckte im Jahr 1492 unter spanischer Flagge den amerikanischen Kontinent und dessen Ureinwohner. Die ersten Begegnungen sollen friedlich verlaufen sein, später beuteten erst die Spanier, dann weitere Europäer die indigenen Völker aus. Historiker und Bürgerrechtler kritisieren Kolumbus für sein gewalttätiges Verhalten gegenüber den Ureinwohnern Amerikas und dafür, entscheidend zum transatlantischen Sklavenhandel beigetragen zu haben.

RND/nis