Stephan E. und Markus H. sind wegen des Mordes an Walter Lübcke angeklagt. Quelle: Frank Roeth/FAZ/Pool/Moritz Kegler/Foto Scheiber

Mord an Walter Lübcke: Prozess wird fortgesetzt

Ein Jahr nach dem Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke finden die Hauptverhandlungen gegen die Angeklagten Stephan E. und Markus H. statt. Zu Prozessbeginn hatten die Strafverteidiger zahlreiche Anträge verlesen, die Angeklagten schwiegen. Am heutigen Donnerstag wird der Prozess fortgesetzt.

Frankfurt a.M.. Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main setzt am heutigen Donnerstag die Verhandlung zum Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke fort. Den Auftakt am Dienstag bestimmten zahlreiche Anträge der Strafverteidiger zur Aussetzung des Verfahrens, zur Befangenheit anderer Strafverteidiger und des Vorsitzenden Richters Thomas Sagebiel. Schließlich trug die Bundesanwaltschaft die Anklageschrift vor. Die beiden Angeklagten äußerten sich trotz eindringlicher Worte des Vorsitzenden Richters nicht.

Die Plätze im Gerichtssaal sind aufgrund der Corona-Pandemie begrenzt. Auch vor Beginn des zweiten Verhandlungstages haben in der Nacht Journalisten und Besucher vor dem Gerichtsgebäude angestanden. Am zweiten Prozesstag könnte das Gericht mit der Beweisaufnahme starten.

Nach der Anklageschrift soll der 46-jährige Angeklagte Stephan E. am 1. Juni 2019 um 23.20 Uhr Walter Lübcke auf der Terrasse dessen Hauses in Wolfhagen-Istha bei Kassel in den Kopf geschossen haben. Der zweite Angeklagte, der 44-jährige Markus H., soll E. durch die gemeinsame Teilnahme an rechtsextremen Demonstrationen und durch gemeinsame Schießübungen in seinem Tatentschluss bestärkt haben, ohne konkret von der Tat gewusst zu haben.

Beide Angeklagten hätten aus rechtsradikaler, fremdenfeindlicher Gesinnung gehandelt, sagte Oberstaatsanwalt Dieter Killmer. Er warf E. Mord vor, H. Beihilfe zum Mord.

RND/epd