Samstag , 26. September 2020
Wie kann es im nächsten Schuljahr weitergehen? Darüber beraten am Donnerstag die Kultusminister der Länder. Quelle: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbil

Vor Ministersitzung: GEW warnt vor übereilten Schulöffnungen

Wie kann das nächste Schuljahr aussehen? Darüber will die Kultusministerkonferenz an diesem Donnerstag beraten. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) warnt vor zu schnellen Öffnungen und pocht auf das Abstandsgebot. Und GEW-Chefin Marlis Tepe hat noch eine weitere Botschaft an die Minister.

Berlin. Vor dem Treffen der Kultusministerkonferenz am Donnerstag hat die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Marlis Tepe, vor einer übereilten und zu weitgehenden Öffnung von Schulen gewarnt. “Auf das Abstandsgebot in den Schulen zu verzichten ist der falsche Weg”, sagte Tepe dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

“Wir müssen weiterhin – so weit wie möglich – Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen einhalten”, setzte sie hinzu. “Das ist das A und O, um Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern vor Infektionen zu schützen.”

Die Kultusministerkonferenz will am Donnerstag per Videoschalte über das kommende Schuljahr beraten. Lehrergewerkschafterin Tepe forderte: “Statt um die schnellste und weitestgehende Öffnung von Schulen zu wetteifern, muss die Zeit jetzt genutzt werden, um tragfähige Konzepte für einen Mix aus Präsenz- und Fernunterricht nach den Sommerferien zu entwickeln.”

Die GEW-Vorsitzende beklagte: “Wir hätten uns gewünscht, dass die Kultusministerkonferenz auf das Angebot der GEW eingegangenen wäre, die Bildungsgewerkschaft und die anderen Lehrerverbände zu ihrer Sitzung einzuladen.”

Außergewöhnliche Zeiten erforderten außergewöhnliche Maßnahmen: “Runde Tische mit Vertretungen der Lehrkräfte, Eltern und Schüler sowie aus Medizin und Bildungswissenschaft lautet das Gebot der Stunde.” Nur so könnten die Interessen aller an Schule Beteiligten bestmöglich berücksichtigt werden. Weltweit seien die Länder im Vorteil, die auf sozialpartnerschaftliche Lösungen setzten.

Von Tobias Peter/RND