Mittwoch , 23. September 2020
Jens Stoltenberg, NATO-Generalsekretä. Quelle: Francois Lenoir/Reuters Pool/AP/

Stoltenberg: USA werden Truppenbewegungen in Europa künftig mit Alliierten beraten

US-Präsident Donald Trump will 9500 US-Soldaten aus Deutschland abziehen. Angekündigt hat er das, ohne sich mit Deutschland oder anderen US-Bündnispartnern abzusprechen. Das soll sich Nato-Generalsekretär Stoltenberg zufolge nicht wiederholen.

Brüssel. Die USA haben nach Angaben von Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg in Aussicht gestellt, sich vor weiteren Anpassungen ihrer Truppenstärke in Europa mit den Alliierten zu beraten. US-Verteidigungsminister Mark Esper habe am Mittwoch bei Gesprächen mit den Bündnispartnern betont, dass sich die Vereinigten Staaten der Sicherheit Europas weiter verpflichtet fühlten, sagte Stoltenberg in Brüssel. “Die USA werden sich mit den Alliierten in Zukunft beraten”, sagte er.

US-Präsident Donald Trump hatte am Montag ohne vorherige Absprache mit den europäischen Bündnispartnern angekündigt, dass die Zahl der US-Soldaten in Deutschland auf 25.000 reduziert werden soll. Derzeit sind rund 34.500 US-Soldaten in Deutschland stationiert. Mit einem Teilabzug der US-Truppen will Trump Deutschland für die aus seiner Sicht weiterhin zu geringen Verteidigungsausgaben bestrafen.

Wann US-Truppen abgezogen werden sollen, weiter offen

Details zu den Plänen sind bislang nicht bekannt. Auch Stoltenberg betonte am Mittwoch, es gebe „keine endgültige Entscheidung, wie und wann die US-Absicht“ umgesetzt werden solle.

Aus Bündniskreisen hieß es unterdessen, die US-Pläne für den Truppenabzug aus Deutschland schürten auch die Sorge vor noch folgenreicheren Alleingängen des mächtigsten Nato-Alliierten. Demnach erwägt Präsident Donald Trump offensichtlich, noch vor der US-Präsidentschaftswahl im November einen vollständigen Rückzug der USA aus Afghanistan zu beschließen.

RND/dpa