Freitag , 25. September 2020
Verkehrsminister Andreas Scheuer verspricht Busbetrieben Finanzhilfen. Quelle: Getty Images

Scheuer sagt Busbetrieben 170 Millionen Euro Hilfe zu

Busreisen dürfen wegen der Corona-Krise seit Monaten nicht stattfinden, viele Betreiber sind in finanzieller Not. Mit 1000 Reisebussen hatte die Branche im Berliner Regierungsviertel auf ihre Situation aufmerksam gemacht. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer sagt nun Hilfe in Millionenhöhe zu.

Berlin. Nach dem monatelangen Verbot von Busreisen in der Corona-Krise sollen die Betreiber in Kürze staatliche Hilfe erhalten. 170 Millionen Euro werden dafür noch in den geplanten Nachtragshaushalt eingestellt, wie Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) am Mittwoch bei einer Demonstration von Busunternehmern in Berlin ankündigte. Der Bundestag stimmt voraussichtlich übernächste Woche über den Haushalt ab. Dann könnten die Betriebe im Juli auf das Geld zugreifen, sagte Scheuer.

“In den letzten Wochen ist ihr Werkzeug, der Bus, stillgestanden”, sagte der Minister am Brandenburger Tor. Die Kosten für die Neuanschaffungen der letzten Jahre seien aber weitergelaufen. Die Vorhaltekosten müssten abgegolten werden. “Deswegen haben ich heute früh das Go bekommen von der Kanzlerin und dem Vizekanzler.” Nach Ministeriumsangaben erhalten die Betriebe auf Antrag einen Zuschuss.

Sternfahrt in Berlin mit 1000 Reisebussen

Mit einer Sternfahrt von rund 1000 Reisebussen machte die Branche am Mittwoch im Berliner Regierungsviertel auf ihre Lage aufmerksam. Aufgerufen dazu haben der Internationale Bustouristik Verband RDA, die Gütegemeinschaft Buskomfort und der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (BDO).

Drei Monate nach Beginn der Kontakt- und Reisebeschränkungen stecken viele Reisebusbetriebe in der Krise. Durchschnittlich liegt der Gesamtschaden je Unternehmen bei gut einer halben Million Euro, wie eine Branchenumfrage ergab, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Jeder zweiter Anbieter fürchtet demnach das Aus. Weggebrochen seien in der Corona-Krise vor allem Busreisen, Klassen- und Vereinsfahrten sowie Fahrten zu Konzerten.

RND/dpa