Nach der US-Wahl 2016 unter der Lupe: Facebook. Quelle: dpa

Facebook will Nutzer in den USA zum Wählen animieren

Nach der US-Präsidentenwahl 2016 ist Facebook scharf kritisiert worden, weil das Netzwerk von Russland aus betriebene Propaganda-Aktivitäten während des Wahlkampfs nicht konsequent genug bekämpft hat. Nun will der Konzern mehr US-amerikanische Nutzer zur Wahlteilnahme bewegen. Dafür ist ein sogenanntes Wahlinformationszentrum in Planung.

New York. Facebooks US-amerikanische Nutzer sollen sich nach dem Willen des sozialen Netzwerks in höherer Anzahl an Wahlen beteiligen. Der Internetkonzern plant ein sogenanntes Wahlinformationszentrum für die Plattformen Facebook und Instagram, das später in diesem Sommer online gehen und Informationen über die Anmeldung zur Wahl, Wahllokalen und Briefwahl bereitstellen soll. Die Informationen werden von Wahlbehörden auf Staats- und Lokalebene kommen.

Das Wahlinformationszentrum soll Nutzern prominent im Newsfeed angezeigt werden, also dort, wo auch Informationen von Freunden, Gruppen und dergleichen erscheinen. Es ist ähnlich wie das Angebot namens Covid-19-Informationszentrum, das Facebook dieses Jahr einrichtete, um Fakten und glaubwürdige Quellen deutlicher zu präsentieren.

Nutzer können Wahlwerbung komplett aus Newsfeed heraushalten

Außerdem gibt Facebook seinen Nutzern auch die Möglichkeit, Wahlwerbung und als Anzeigen verbreitete politische Botschaften komplett aus ihren Newsfeeds herauszuhalten. Zugleich schließt das Online-Netzwerk eine oft kritisierte Lücke bei der Auszeichnung von Wahlwerbung. Die Anzeigen sind zwar grundsätzlich mit einem Link versehen, unter dem man Informationen dazu bekommt, wer für sie bezahlt hat.

Bisher verschwand dieser Hinweis aber, wenn ein Nutzer den Beitrag in seinem Profil teilte. Dadurch war nicht mehr offensichtlich, dass es sich beim Original um einen bezahlten Beitrag handelte. Jetzt wird der Hinweis auch beim Teilen bleiben.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg schrieb in einem Meinungsbeitrag für die Zeitung “USA Today”, Politiker zur Verantwortung zu ziehen, gehe seiner Ansicht nach am besten über das Wählen. “Ich denke, wir sollten den Wählern vertrauen, ihre eigenen Urteile zu fällen.”

Scharfe Kritik an Facebook nach US-Wahl 2016

Damit trat Zuckerberg erneut für Facebooks Entscheidung ein, falsche oder in die Irre führende Aussagen zu Wahlen - etwa von Präsident Donald Trump - in dem Netzwerk stehen zu lassen und auch nicht mit einem entsprechenden Hinweis zu versehen.

Facebook war nach der US-Präsidentenwahl 2016 heftig dafür kritisiert worden, dass das Online-Netzwerk von Russland aus betriebene Propaganda-Aktivitäten während des Wahlkampfs spät erkannt und nicht konsequent genug bekämpft hatte.

RND/AP/dpa