Donnerstag , 24. September 2020
Die DDR verschanzte sich hinter Mauer und Stacheldraht. Quelle: imago/SMID

Mahnmal für DDR-Opfer: Die Vorbereitungen haben begonnen

Der Bundestag hat beschlossen, ein Mahnmal für die Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft zu errichten. Nun hat der Beirat, der das Projekt begleiten soll, seine Arbeit aufgenommen. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) erklärt, warum sie das Projekt für notwendig hält.

Berlin. 67 Jahre nach dem Volksaufstand des 17. Juni 1953 in Ost-Berlin und der DDR hat der Beirat zur Erstellung eines Mahnmals für die Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft am Dienstag seine Arbeit aufgenommen.

Das teilte ein Sprecher von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) mit. Der Beirat wird die Erstellung eines Konzepts begleiten, das die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gemeinsam mit der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG) im Auftrag der Kulturstaatsministerin erarbeiten wird.

Mitglieder sind neben anderen die ehemalige Stasiunterlagenbeauftragte Marianne Birthler, die Schriftstellerin Ines Geipel, Stephan Hilsberg, Gründungsmitglied der Sozialdemokratischen Partei der DDR (SDP), sowie die ehemalige thüringische Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU).

Gedenkort für Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft

Der Bundestag hatte 2019 beschlossen, einen Gedenk- und Erinnerungsort zu schaffen, an dem der Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft gedacht werden kann und die Erinnerung an das von der SED-Diktatur begangene Unrecht wachgehalten wird. In den nächsten Wochen soll der Beirat erste Eckpunkte erarbeiten, die dem Bundestag zugeleitet werden.

Sie werden die Grundlage für ein inhaltliches Konzept sein, das im Spätherbst 2020 vorliegen soll. Über die Kosten und den Standort für das Mahnmal wird dann erneut der Bundestag beschließen. Anschließend wird der Gestaltungswettbewerb ausgelobt.

Grütters sagte dem RND: “Wir haben herausragende Persönlichkeiten dafür gewonnen, ein Konzept für diesen wichtigen Gedenkort zu entwickeln. Das Mahnmal soll an die unzähligen Frauen, Männer, Jugendlichen und Kinder erinnern, die Opfer des Kommunismus, von Diktatur, von Willkür und Gewalt geworden sind. Es schließt jene mit ein, die wegen ihrer sozialen Herkunft, ihres unangepassten Verhaltens oder auf Grund ihres Wunsches, anders zu leben oder die DDR zu verlassen, verhaftet, diskriminiert und ihrer Lebenschancen beraubt wurden.”

Von Markus Decker/RND