Mittwoch , 23. September 2020
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) während einer Pressekonferenz in der bayerischen Staatskanzlei. Quelle: Peter Kneffel/dpa

Mehr Kontakte möglich: Bayern zieht mit Corona-Lockerungen nach

In einigen Bundesländern gilt die Regelung schon seit einiger Zeit: Ab Mittwoch dürfen sich im öffentlichen Raum auch in Bayern wieder Gruppen von bis zu zehn Personen aus mehreren Haushalten treffen. Das Kabinett beschloss außerdem eine ganze Reihe weiterer Lockerungen. Trotzdem mahnt Ministerpräsident Söder: “Corona ist nicht besiegt.”

München. Die Anti-Corona-Maßnahmen in Bayern werden weiter gelockert: Ab diesem Mittwoch dürfen sich im öffentlichen Raum wieder Gruppen von bis zu zehn Personen treffen – bislang waren solche Treffen auf Angehörige zweier Haushalte beschränkt.

In privaten Räumen und Gärten gibt es dann gar keine zahlenmäßige Beschränkung mehr. Das beschloss das Kabinett am Dienstag in München – gemeinsam mit einer ganzen Reihe weiterer Lockerungen etwa für Gastronomie, Kultur und Handel.

So dürfen ab dem 22. Juni in Läden rund doppelt so viele Menschen einkaufen wie bisher. Mitarbeiter können zudem unter bestimmten Umständen auf das Tragen einer Maske verzichten.

Eine Person pro zehn Quadratmetern in Geschäften

Konkret wird die Zahl der in einem Geschäft erlaubten Personen von einer pro 20 Quadratmetern auf eine pro zehn Quadratmetern erhöht, wie Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte. Dies soll auch für Freizeiteinrichtungen und Kultureinrichtungen wie Museen und Zoologische Gärten gelten. Zudem muss das Personal in Theken- oder Kassenbereichen keinen Mundschutz mehr tragen, wenn es durch Abschirmungen – beispielsweise aus Plexiglas – geschützt ist.

Außerdem sind bei Kulturveranstaltungen im Freistaat ab kommendem Montag wieder mehr Zuschauer erlaubt. Veranstaltungen in Innenräumen dürfen dann mit bis zu 100 Gästen mit zugewiesenen Sitzplätzen, in Außenbereichen mit bis zu 200 Zuschauern stattfinden. Die Maskenpflicht soll aber unverändert gelten.

Seit dem 15. Juni sind in Bayern Theater-, Kino- und Konzertveranstaltungen unter strengen Hygiene- und Abstandsauflagen wieder möglich. Derzeit gelten für die Veranstaltungen aber Zuschauerbegrenzungen von bis zu 50 Menschen in geschlossenen Räumen und bis zu 100 Gästen im Freien. Aus der krisengeschüttelten Kulturbranche hatte es Kritik für diese Regelung gegeben, weil Events mit derart wenigen Zuschauern für die Veranstalter unwirtschaftlich seien.

Söder: Ein Funke reicht und Corona-Pandemie flammt wieder auf

Trotz der massiv gesunkenen Fallzahlen sieht Ministerpräsident Söder die Corona-Pandemie weiter als Gefahr. “Corona ist nicht besiegt”, sagte er. Am Beispiel China zeige sich, wie schnell die Infektionen wieder zurückkommen könnten. “Ein Funke reicht und die ganze Steppe brennt”, sagte der CSU-Chef.

In Bayern sei die Tendenz weiter sehr positiv, in den vergangenen sieben Tagen seien in 50 Landkreisen und kreisfreien Städten keine neuen Infektionen registriert worden, betonte Söder. Gleichwohl dürfe es nicht zu einer falsch empfundenen Sicherheit führen, die “zweite Welle ist jederzeit möglich”. Besondere Sorge bereite ihm die anstehende Reisewelle durch Europa. “Ich hoffe sehr, dass der Ballermann kein neues Ischgl wird. Daran muss jeder mitarbeiten.”

RND/dpa