Dienstag , 22. September 2020
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bei einer Pressekonferenz. Quelle: Kay Nietfeld/dpa

Spahn zur Corona-Warn-App: “Insgesamt im Kosten- und Zeitplan”

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn kann Kritik an der verzögerten Einführung der Corona-App nicht verstehen. “Da steckt ziemlich viel Arbeit drin, deswegen musste es eben auch ein paar Tage länger brauchen”, sagt der CDU-Politiker. Die These, dass die App erst wirksam sein könne, wenn 60 Prozent der Bevölkerung teilnehmen, wies der Minister zurück.

Berlin. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Kritik an der verzögerten Einführung der Corona-Warn-App zurückgewiesen. “Da steckt ziemlich viel Arbeit drin, deswegen musste es eben auch ein paar Tage länger brauchen. Wir sind aber insgesamt im Kosten- und im Zeitplan”, sagte Spahn am Dienstag im ZDF-“Morgenmagazin”. Die Einführung einer Warn-App war seit März diskutiert worden.

Mit Angaben darüber, wie viele Nutzer notwendig seien, damit die App Wirkung zeigt, hielt sich Spahn zurück. Zwar wünsche er sich, dass idealerweise viele Millionen Menschen die App herunterladen. Gleichzeitig stellte er klar: “Ich halte aber auch nichts davon, irgendwelche absoluten Zahlen anzugeben.”

Spahn: Es kommt nicht auf Prozentzahlen an

Insbesondere die These, dass die App erst wirksam sein könne, wenn 60 Prozent der Bevölkerung teilnehmen, wies der Minister zurück. Wissenschaftler der Universität Oxford hatten im April in einer von vielen Experten anerkannten Studie geschrieben, dass eine solche App erst bei 60 Prozent Beteiligung voll wirksam sei.

“Ich kann diese Studie nicht nachvollziehen. Diese ist auch sehr theoretisch hergeleitet”, sagte Spahn. Es komme nicht darauf an, “irgendwelche Prozentzahlen” in die Welt zu setzen, sondern dass gerade diejenigen, die viel unterwegs und in Kontakt mit anderen seien, die App herunterladen.

App zuerst bei Google verfügbar

Die offizielle Corona-Warn-App des Bundes ist am frühen Dienstag zum Download bereitgestellt worden. Nutzer konnten die App bereits in der Nacht zum Dienstag auf ihr Smartphone herunterladen.

Im App-Store von Google war sie bereits um kurz nach 2 Uhr morgens verfügbar, bei Apple dauerte es etwas länger. Die App soll die Kontaktverfolgung von Infizierten ermöglichen und dadurch die Infektionsketten verkürzen.

RND/dpa