2016 wurden in einem Nachtclub in Orlando 49 Menschen getötet. Die Attacke richtete sich gegen LGBT-Menschen. Vor wenigen Tagen erinnern Teilnehmer einer Mahnwache in Los Angeles an die Opfer. Quelle: imago images/ZUMA Wire

USA: LGBTQ-Bewegung erringt großen Erfolg vor Oberstem Gerichtshof

Ein historisches Bürgerrechtsgesetz in den USA zum Schutz vor Vorurteilen wird auf Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender ausgeweitet. Das entschied der eigentlich sehr konservativ geprägte Oberste Gerichtshof. Das Urteil ist ein großer Erfolg für die LGBTQ-Bewegung.

Washington. Der Oberste Gerichtshof der USA hat ein historisches Bürgerrechtsgesetz auf Lesbe, Schwule, Bisexuelle und Transgender ausgeweitet.

Mit sechs zu drei Stimmen entschied das Gericht am Montag, dass eine wichtige Klausel des Civil Rights Act von 1964 auch vor Vorurteilen gegenüber lesbischen, schwulen, bisexuellen und transsexuellen Angestellten schützt. Die Klausel mit dem Namen Title VII verbietet eine Diskriminierung am Arbeitsplatz wegen des Geschlechts.

Der Supreme Court ist derzeit konservativ geprägt, dessen Oberste Richter Samuel Alito, Brett Kavanaugh und Clarence Thomas waren gegen die Entscheidung. Das Urteil ist ein Erfolg für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender.

Urteil dürfte große Auswirkungen haben für Millionen Angestellte

Die Entscheidung dürfte große Auswirkungen für die etwa 8,1 Millionen Angestellten aus der LGBTQ-Gemeinde in den USA haben, weil die meisten US-Staaten sie nicht vor Diskriminierung am Arbeitsplatz schützen. LGBTQ ist die englische Abkürzung für lesbisch, schwul, bisexuell, Transgender und queer.

Laut dem Williams Institute an der juristischen Hochschule der UCLA leben schätzungsweise 11,3 Millionen LGBTQ-Angehörige in dem Land.

Zwei Schwule und eine transsexuelle Frau hatten geklagt

Die Klagen, mit denen sich der Gerichtshof befasste, waren die ersten dort im Zusammenhang mit Rechten von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender seit dem Beginn des Ruhestands des Obersten Richters Anthony Kennedy.

Kennedy galt als Verfechter von Schwulenrechten. Er war Autor des historischen Urteils von 2015, das die Homo-Ehe in den USA legal machte. Kennedys Nachfolger Kavanaugh, der von US-Präsident Donald Trump nominiert wurde, gilt generell als konservativer.

Die Klagen betrafen zwei Schwule und eine transsexuelle Frau, die wegen Diskriminierung am Arbeitsplatz geklagt hatten, nachdem sie entlassen worden waren.

RND/AP