Donnerstag , 29. Oktober 2020
US-Präsident Donald Trump. Quelle: imago images/ZUMA Press

Trump plant Wahlkampfauftritt – angeblich fast eine Million Ticketanfragen

Dass die Corona-Pandemie in den USA längst nicht ausgestanden ist, spielt für Präsident Trump offenbar keine Rolle. Für Samstag plant der Republikaner eine Wahlkampfveranstaltung in einem geschlossenen Stadion. Angeblich gebe es schon fast eine Million Ticketanfragen – eine sehr fragwürdige Zahl.

Washington. Eine große Wahlkampfveranstaltung in einem geschlossenen Stadion in Zeiten des Coronavirus? Das ist kein Problem für US-Präsident Donald Trump – und angeblich haben “fast eine Million Menschen Tickets beantragt”, um dabei zu sein, wie Trump am Montag auf Twitter schrieb.

Der Ort der für Samstag geplanten Veranstaltung in Tulsa fasst allerdings nur rund 19.000 Menschen.

Trumps Wahlkampfmanager Brad Parscale hatte zuvor am Sonntag auf Twitter behauptet, es gebe bereits 800.000 Ticket-Bewerber für die Veranstaltung im Bundesstaat Oklahoma.

Zahl erscheint ungewöhnlich hoch

Es war nicht möglich, die von Trump und Parscale angegebenen ungewöhnlich hohen Zahlen unabhängig zu verifizieren. Tulsa hat rund 400.000 Einwohner, der ganze Bundesstaat Oklahoma – flächenmäßig halb so groß wie Deutschland – kommt gerade mal auf 4 Millionen Einwohner.

Die Coronavirus-Pandemie ist in den USA längst nicht ausgestanden. Trump will mit Blick auf die Abstimmung im November jedoch unbedingt wieder große Wahlkampfveranstaltungen abhalten, die ihm sehr lieb sind.

Veranstalter sollen nicht für Infektionen haftbar gemacht werden können

Es war bislang unklar, ob Trumps Anhänger bei der Veranstaltung aufgefordert würden, zu ihrem Schutz eine Maske zu tragen. Trump hat wiederholt erkennen lassen, dass er diesbezüglich skeptisch ist. Wer sich für die Veranstaltung registrieren will, muss einer Regelung zustimmen, wonach die Veranstalter nicht für eine Covid-19-Erkrankung und mögliche Folgen haftbar gemacht werden können.

Trump wies Kritik an seinen geplanten Veranstaltungen als Falschinformationen linker Medien zurück, die den Coronavirus nur politisch gegen ihn instrumentalisieren wollten. “Das wird nicht klappen”, schrieb er auf Twitter. Zuletzt hatte Trump am 2. März in Charlotte in North Carolina eine Wahlkampfveranstaltung abgehalten. Danach hatte Corona die Kundgebungen unmöglich gemacht.

RND/dpa