Dienstag , 22. September 2020
Windenergie in Deutschland DEU/Brandenburg/Bad Liebenwerda  +49171/6254657 Windpark bei Bad Liebenwerda im Elbe-Elster-Kreis. Ökoenergie trägt stärker zur Stromversorgung in Deutschland bei vor allem, wenn der Wind stark weht. An einem Wochenende können dann schon mal 80 Prozent des benötigten Stroms aus Erneuerbaren kommen. Die maximale Gesamtleistung aller Anlagen in Deutschland beträgt jetzt fast 46 000 Megawatt, aber nur auf dem Papier. Weil der Wind aber nicht immer bläst, lag die reale Stromausbeute im Jahresmittel bei nur 17 Prozent dieser Kapazität. Die von Januar bis Ende Juni 2018 produzierte Menge an Ökostrom würde nach Eon-Angaben allerdings rechnerisch ausreichen, um alle deutschen Haushalte bei einem Durchschnittsverbrauch von 2500 Kilowattstunden ein Jahr lang mit Strom zu versorgen. Innerhalb von drei Jah Quelle: imago/Rainer Weisflog

Klimapolitik: Experten empfehlen Reform der Energiepreise

Experten fordern Maßnahmen zum klimaneutralen Umbau der Industrie. Sie empfehlen, die EEG-Umlage zu streichen und entstehende Finanzlücken mit einem höheren CO2-Preis zu refinanzieren. Auch an der Umsetzung des Kohleausstiegs üben sie Kritik.

Berlin. Eine von der Bundesregierung eingesetzte Expertenkommission empfiehlt eine umfassende Reform der Energiepreise in Deutschland.

Um die Klimaziele erreichen zu können, sei der schnellstmögliche Wegfall von Umlagen und Steuern auf Elektrizität, sowie ein ambitionierter Preis für den C02-Ausstoß erforderlich, betonte die Kommission zum Monitoring-Prozess “Energie der Zukunft” in einer am Montag veröffentlichten Stellungnahme. Eine Energiepreisreform und Maßnahmen zum klimaneutralen Umbau der Industrie würden auch die Konjunktur stützen.

Die EEG-Umlage und die Umlage für die Kraft-Wärme-Kopplung sollten komplett gestrichen und die Stromsteuer auf den in der EU erlaubten Mindestsatz reduziert werden, empfehlen die Experten. Mit einem CO2-Preis von etwa 50 Euro je Tonne könne das mittelfristig weitgehend refinanziert werden. Noch fehlende Beträge könnten aus dem Bundeshaushalt gezahlt werden.

Kohleausstieg soll schneller erfolgen

Ein solcher Umbau der Energiekosten schaffe den richtigen langfristigen Rahmen, entlaste Haushalte und Unternehmen und treibe den Umbau der Industrie voran, betont die Kommission. Der Reformvorschlag stehe den Beschlüssen der Bundesregierung nicht entgegen und sei politisch zügig umsetzbar.

Der beschlossene Kohleausstieg müsse auf Basis der Beschlüsse zum europäischen Green Deal nachgebessert werden, fordern die Experten. Durch CO2-Preissignale könnte der Kohleausstieg deutlich rascher erfolgen. “Auf Kompensationszahlungen an Unternehmen sollte möglichst verzichtet werden”, heißt es in den Empfehlungen. Die Stromerzeuger in Deutschland erhalten einen finanziellen Ausgleich in Milliardenhöhe für das vorzeitige Abschalten von Kraftwerken.

RND/dpa