Ein Polizist beschlagnahmt Drogen in Peking. (Symbolbild) Quelle: imago images/Xinhua

Drogenschmuggel in China: Australien kritisiert Todesurteil gegen Landsmann

Ein Australier ist in China wegen Drogenschmuggels zum Tode verurteilt worden. Die australische Regierung sieht in dem Urteil keinen Zusammenhang zu aktuellen Differenzen mit Peking. Australien hatte eine Untersuchung des Corona-Ausbruchs in Wuhan gefordert - China hatte mit Export-Einschränkungen zu Down Under reagiert.

Das Todesurteil gegen einen Australier in China hat die australische Regierung als “entmutigend” bezeichnet, in Zusammenhang mit diplomatischen Streitigkeiten will sie den Fall aber nicht sehen. Das Strafmaß sei “bestürzend” für den als Drogenschmuggler verurteilten Karm G., sagte Handelsminister Simon Birmingham am Sonntag. Die chinesisch-australischen Differenzen in Fragen des Handels und in der Corona-Pandemie hätten damit aber nicht unbedingt zu tun.

Vielmehr sei der Fall eine Erinnerung für alle Australier, "dass australische Gesetze im Ausland nicht gelten und dass andere Länder härtere Strafen haben, insbesondere in Bezug auf Angelegenheiten wie Drogenhandel." Karm G. war vor sieben Jahren am Flughafen Baiyun in der südchinesischen Stadt Guangzhou festgenommen worden. Ihm wurde der Versuch vorgeworfen, einen internationalen Flug mit mehr als 7,5 Kilo Crystal Meth zu boarden. Am Samstag gab ein Gericht in Guangzhou bekannt, G. sei zum Tode verurteilt worden. Er hat zehn Tage Zeit, Berufung einzulegen. Minister Birmingham sagte, das Land stehe G. weiter mit Beratungen zur Seite.

Australien verlangt Untersuchung des Coronavirus-Ausbruch

Federführend verlangt Australien eine Ermittlung darüber, wie China mit dem Coronavirus-Ausbruch in Wuhan umgegangen ist. Als Reaktion hat China einige neue Einschränkungen für australische Exporte ausgegeben und außerdem chinesische Studenten unter Verweis auf Rassismus vor Studien in Australien gewarnt. China ist der größte Handelspartner für Down Under.

RND/AP