Sonntag , 20. September 2020
Die US-Senatorin Kamala Harris gilt als eine der Favoritinnen. Quelle: Nati Harnik/AP/dpa

Wer wird Joe Bidens Vertreterin? Das sind die Kandidatinnen

Unter den Favoritinnen für die Vizekandidatur mit Biden sind die Senatorinnen Kamala Harris und Elizabeth Warren. Auch die frühere Sicherheitsberaterin von Ex-Präsident Barack Obama, Susan Rice, gehört dazu, wie aus informierten Kreisen verlautet.

Washington. Die Suche des designierten US-Präsidentschaftskandidaten der Demokraten, Joe Biden, nach einer Vizepräsidentschaftskandidatin geht in die zweite Runde. Demokraten, die über das Verfahren informiert sind, sagten, dass Bidens Suchkomitee die Auswahl nach ersten Interviews auf sechs aussichtsreiche Kandidatinnen reduziert habe. Dazu gehörten die Senatorinnen Elizabeth Warren und Kamala Harris, sowie die frühere nationale Sicherheitsberaterin von Ex-Präsident Barack Obama, Susan Rice.

Zu den Favoritinnen zählten mehrere schwarze Frauen, darunter Harris und Rice. Näher geprüft worden seien auch die Abgeordnete Val Demings und die Bürgermeisterin von Atlanta, Keisha Lance Bottoms, war von den Gewährspersonen zu erfahren. Auch die hispanischstämmige Gouverneurin von New Mexico, Michelle Lujan Grisham, sei näher untersucht worden.

Den Informationen zufolge könnten noch weitere Kandidatinnen aufgefordert werden, sich dem Verfahren für die aktuellen Top-Kandidatinnen zu unterziehen, bei dem Dokumente gründlich geprüft werden.

Rufe nach einer schwarzen Vertreterin werden lauter

Biden hat bereits gesagt, dass er eine Frau für seine Vizepräsidentschaft auswählen werde. Die Forderungen von Demokraten, er solle eine schwarze Frau nominieren, nehmen zu – nicht nur wegen der Rolle von schwarzen Wählern bei der Nominierung von Biden als Präsidentschaftskandidat, sondern auch wegen Überlegungen zu Rassismus und Ungleichheit nach dem Tod von George Floyd. Der Schwarze starb, nachdem ein weißer Polizist sein Knie mehrere Minuten lang gegen Floyds Nacken gedrückt hatte. Der Vorfall wurde gefilmt.

Der frühere Gouverneur von Virginia, Terry McAuliffe, sagte, bei der Entscheidung von Biden gehe es wahrscheinlich „um persönliche Chemie“. Es wäre aber „aufregend für die Partei“, wenn eine schwarze Frau zum ersten Mal in den USA auf dem Stimmzettel einer wichtigen Partei für die Vizepräsidentschaft stünde.

Rice, die während Bidens Amtszeit als Vizepräsident eng mit ihm zusammengearbeitet hatte, ist eine Favoritin von früheren Mitarbeitern der Obama-Regierung. Sie steht Biden persönlich nahe. Sie hatte noch nie ein gewähltes Amt, hat aber viel Erfahrung in der Außenpolitik. Sie war unter anderem US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen. Rice ist eine entschiedene Kritikerin der Trump-Regierung.

Harris und Warren gelten als Favoritinnen für die Vizepräsidentschaft seit beide ihre eigenen Präsidentschaftskampagnen aufgaben. Warren und Biden haben in den vergangenen Monaten eine überraschende Verbindung hergestellt. Sie sprechen regelmäßig über die liberalen politischen Ideen von Warren. Biden befürwortet bereits Warrens vorgeschlagene Reform des Insolvenzrechts. Einige Demokraten sehen Warrens Leistungen bei Politik als Vorteil für eine Kandidatur mit Biden. Wenn beide zusammen kandidieren würden, wären beide demokratischen Kandidaten auf dem Stimmzettel weiß und über 70.

Harris und Biden haben bei Online-Spendenveranstaltungen gezeigt, dass sie sich in ihrer Gegenwart wohl fühlen. Harris ist Expertin bei Diskussionen zur Strafjustiz. Einige schwarze Liberale sehen ihren Hintergrund als Staatsanwältin aber mit Skepsis.

RND/AP