Mittwoch , 23. September 2020
Stefan Evers, Generalsekretär der CDU Berlin, moderiert die erste digitale Mitgliederkonferenz der Berliner CDU. Quelle: Carsten Koall/dpa

Berliner CDU provoziert mit doppeldeutigem “Verkehrs“-Post

Die Berliner CDU hat mit einem doppeldeutigen Post viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Die Partei erntete jedoch auch Kritik aus den eigenen Reihen. In dem Post heißt es: “Täglich 320 000 Mal rein und raus. Und kein bisschen Spaß beim Verkehr”.

Berlin. Die Berliner CDU hat mit einem Tweet eine Reihe verärgerter Reaktionen provoziert. Darin heißt es: “Berliner Pendler: Täglich 320 000 Mal rein und raus. Und kein bisschen Spaß beim Verkehr”. Mario Czaja, selbst Mitglied der Berliner CDU-Fraktion, twitterte dazu am Freitag: “Diese Art der Kommunikation gehört für mich nicht mehr zum Wertekanon unserer Union. Nehmt das bitte zurück. Mobilitätskonzepte sollten ohne sexuelle Anspielungen überzeugend kommuniziert werden können.” Kritische Kommentare mit ähnlicher Tendenz gab es einige. Die grüne Bundestagsabgeordnete Renate Künast fragte auf Twitter: “Welche Macho-Truppe schreibt denn sowas?”

Berlins Grünen-Fraktionsvorsitzende Antje Kapek, die noch am Donnerstag mit CDU-Landeschef Kai Wegner in der RBB-„Abendschau“ über Verkehrspolitik diskutiert hatte, kritisierte: „Das ist Schenkelklopfer-Humor, aber nicht das Niveau einer Großstadtpartei.“ Von seriöser Politik sei die CDU-Kampagne meilenweit entfernt.

“Frecher, mutiger und auch mal provokant”

Der Text aus dem Tweet von Donnerstag ist nach Angaben der Landes-CDU auch auf Facebook und Instagram veröffentlicht worden. „Wir haben gesagt, dass wir frecher, mutiger und auch mal provokant über unsere Inhalte ins Gespräch kommen werden. Das scheint uns zu gelingen“, sagte ein Sprecher des CDU-Landesverbands am Freitag. „Es ist doch unstrittig, dass der Pendlerverkehr in Berlin ein enormes Problem ist.“

Bei einigen Nutzern sorgte der Tweet noch aus einem weiteren Grund für Belustigung: Die Berliner CDU hatte sich erst vor kurzem ein neues Design verpasst.

Das Logo erinnert nun vor allem farblich an das einer bekannten Porno-Website.

RND/dpa/feh