Samstag , 19. September 2020
SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil: “Ich hätte mir gewünscht, dass der Gesundheitsminister die Rückkehr der Urlauber besser vorbereitet.” Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil sieht Fußballspiele mit Publikum skeptisch

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil hält nichts von der Idee, die Fußballstadien zu früh wieder für Publikum zu öffnen. Den CDU-Ministern Jens Spahn und Anja Karliczek wirft der SPD-Mann Versäumnisse in der Krise vor. Und an den Teilnehmern der Corona-Demonstrationen äußert er scharfe Kritik.

Berlin. SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil hat Pläne der Deutschen Fußball Liga (DFL), wonach Zuschauern wieder der Zutritt zu den Spielen gewährt werden soll, kritisch kommentiert. “Wenn es jetzt Vorschläge gibt, schnell wieder bis zu 25.000 Menschen in die Stadien zu bringen, bin ich sehr skeptisch”, sagte Klingbeil dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Er werde sich sie die Konzepte der DFL sehr genau anschauen, fügte der Fußballfan und bekennende Anhänger von Bayern München hinzu.

Klingbeil warf CDU-Gesundheitsminister Jens Spahn vor, in der Corona-Pandemie Fehler gemacht zu haben. “Ich hätte mir gewünscht, dass der Gesundheitsminister die Rückkehr der Urlauber besser vorbereitet”, sagte er dem RND. Immerhin habe die Bundesregierung nach Bekanntwerden der ersten Infektionsfälle durch Reiserückkehrer schnell reagiert, so Klingbeil weiter.

“Bildungsministerin verschläft Digitalisierung der Schulen”

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek warf der SPD-Politiker vor, kein Konzept für die notwendige Digitalisierung der Schulen erarbeitet zu haben. “Das Geld für eine bessere Ausstattung der Schule ist längst vom Bundestag bewilligt worden. Woran es fehlt, sind einheitliche Konzepte. Die hätte die Bildungsministerin zusammen mit den Ländern längst erarbeiten müssen. Doch das hat Frau Karliczek – wie so vieles – mal wieder verschlafen”, sagte Klingbeil dem RND. “Fast überall gibt es ein riesiges Defizit beim Thema Digitalisierung. Da ist die Corona-Krise ein letzter Weckruf.”

An den Teilnehmern von Corona-Demonstrationen wie am vergangenen Wochenende in Berlin äußerte Klingbeil scharfe Kritik. “Wenn angebliche Verteidiger der Freiheit Journalisten angreifen und jeden Andersdenkenden niederbrüllen, hat das aus meiner Sicht mit Meinungsfreiheit nicht mehr viel zu tun”, sagte er.

“Natürlich hat jeder Mensch in diesem Land das Recht, die Regierung zu kritisieren und seinen Unmut auf die Straße zu tragen. Aber die Hygieneregeln gelten auch für Demonstranten”, fügte der Generalsekretär der SPD hinzu. “Wenn jemand auf eine Demonstration geht, wo links und rechts die Nazis grölen und ihre Reichsflaggen schwenken, dann trägt er eine Mitverantwortung für das, was da passiert”, sagte er weiter. “Wegzuschauen und zu sagen, das geht mich nichts an, ist inakzeptabel.”

Das ganze Interview lesen Sie ab Samstagmorgen bei RND.de.

Von Andreas Niesmann/RND