Montag , 21. September 2020
Viele ältere Menschen trinken zu wenig. Das zeigt eine aktuelle Studie der Techniker Krankenkasse. Quelle: Mascha Brichta/dpa-tmn

Studie: Ältere Menschen trinken zu wenig

In der gegenwärtigen Hitze ist es vor allem für ältere Menschen wichtig, viel zu trinken. Das ist zwar inzwischen Allgemeinwissen, dennoch halten sich viele nicht daran, wie eine aktuelle Studie zeigt. Die Folgen können dramatisch sein, warnt die Techniker Krankenkasse, die die Umfrage in Auftrag gegeben hat.

Berlin. Viele ältere Menschen trinken zu wenig. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Studie im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK), die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. Demnach trinken 41 Prozent der Menschen über 65 Jahre weniger als 1,5 Liter pro Tag. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt dagegen eine tägliche Mindestmenge von 1,5 bis 2,5 Litern. Bei der aktuellen sommerlichen Hitze kann das mangelnde Trinkverhalten schnell zu einer Dehydration, also einem Flüssigkeitsmangel führen.

“Die mangelnde Flüssigkeitszufuhr kann gerade bei älteren Menschen zu schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen führen”, sagte TK-Vertreterin Wiebke Arps dem RND. Mögliche Folgen einer Dehydration seien zum Beispiel Schwäche oder Schwindel aufgrund von Kreislaufstörungen und dadurch eine erhöhte Sturzneigung. Auch eine Beeinträchtigung der Wahrnehmung oder der Gedächtnisleistung könnten eintreten. “Umso wichtiger ist es für ältere Menschen, bei heißem Wetter auf die Trinkmenge zu achten und regelmäßig Flüssigkeit zu sich zu nehmen, auch wenn sich das Durstgefühl nicht meldet”, so Arps.

Gründe für schlechtes Trinkverhalten bei älteren Menschen

Nicht alle Betroffenen scheinen sich des Problems bewusst zu sein: Denn nur 19 Prozent der Über-65-Jährigen sagten in der Umfrage, dass ihnen das ausreichende Trinken im Alltag eher schwer fiele, also deutlich weniger Befragte als der Anteil derer, die weniger als 1,5 Liter täglich trinken. Nach den Gründen befragt, gaben diese älteren Personen zu 77 Prozent mangelnden Durst an und 72 Prozent vergessen das Trinken schlicht.

Jeder Fünfte möchte dadurch häufige Toilettengänge vermeiden. Als Motivation für ein besseres Trinkverhalten wären für 43 Prozent der Problembewussten Erinnerungen durch andere Menschen besonders hilfreich. Jeder Fünfte (20 Prozent) hält es für nützlich, sich mit Notizen zu erinnern. “Eine einfache Möglichkeit, die eigene Trinkmenge im Blick zu behalten, ist, schon morgens die tägliche Trinkmenge sichtbar bereitzustellen”, rät Arps.

Von Tim Szent-Ivanyi/RND