Freitag , 18. September 2020
Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße: Am 13. August 1961 begann der Bau der Berliner Mauer, Symbol deutscher Teilung. Quelle: Christoph Soeder/dpa

Mauerbau vor 59 Jahren: Berlin gedenkt Opfer der deutschen Teilung

Vor 59 Jahren wurde mit dem Bau der Berliner Mauer begonnen. Sie teilte die Hauptstadt für 28 Jahre in Ost und West. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) erinnerte am Donnerstag bei einer Gedenkveranstaltung an die Bedeutung von Freiheit und Toleranz für die Stadt.

Berlin. Mit Veranstaltungen in Berlin und mehreren ostdeutschen Bundesländern ist am Donnerstag an den Bau der Berliner Mauer vor 59 Jahren und die Opfer der deutschen Teilung erinnert worden. Die zentrale Gedenkveranstaltung von Bund und Land fand an der Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße statt.

Daran nahmen unter anderem Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU), Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD), Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) und der Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses, Ralf Wieland (SPD), teil.

Grütters und Müller legten Kränze am Denkmal nieder. Auch die Mutter von Chris Gueffroy, des letzten erschossenen DDR-Flüchtlings, Karin Gueffroy, kam zu dem Gedenken auf dem früheren Todesstreifen.

Wegen Corona-Krise nur 20 Gäste

Das traditionelle Gedenken auf dem ehemaligen Todesstreifen an der Bernauer Straße war wegen der Corona-Pandemie auf rund 20 geladene Gäste beschränkt. Bei der Andacht in der Kapelle der Versöhnung sprachen neben dem Direktor der Stiftung Berliner Mauer, Axel Klausmeier, als Zeitzeugen die Pfarrer Werner Krätschell und dessen Sohn Joachim Krätschell.

Berlins Regierender Bürgermeister sagte anlässlich des Gedenkens, was Unfreiheit bedeute, hätten die Berlinerinnen und Berliner direkt und unmittelbar durch die Teilung der Stadt 28 Jahre lang jeden Tag direkt erfahren. Berlin sei und bleibe deshalb die Stadt der Freiheit und der Toleranz. „Das hohe Gut der Freiheit, schwer erkämpft, muss heute wieder gegen neuen Nationalismus in unserem Land und in ganz Europa verteidigt werden“, mahnte Müller.

Grütters betonte, die Opfer der Teilung würden niemals vergessen. Die Berliner Mauer sei das Symbol für ein tödliches Grenzregime gewesen. Das SED-Regime habe grundlegende Menschenrechte verletzt und den Menschen keinen Raum für Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit gegeben.

Symbol des Kalten Krieges

Mit dem Bau der schwer bewachten Berliner Mauer am 13. August 1961 durch die DDR-Regierung wurde Berlin für 28 Jahre in zwei Teile geteilt. Das Bauwerk wurde weltweit zum Symbol für den Kalten Krieg, der die Welt politisch in Ost und West spaltete.

Bei Fluchtversuchen aus Ost-Berlin wurden zahlreiche Menschen getötet: In Berlin starben nach wissenschaftlichen Erkenntnissen mindestens 140 Menschen. An einer Studie, wonach an der etwa 1400 Kilometer langen deutsch-deutschen Grenze mindestens 327 Menschen ums Leben kamen, war Kritik aufgekommen. Teile des Forschungsprojekts sollen überprüft werden.

RND/epd/dpa