Mittwoch , 28. Oktober 2020
Ermittler, die kinderpornografisches Material sichten müssen, sollen in Nordrhein-Westfalen künftig eine Erschwerniszulage erhalten. Quelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Kinderpornografie: NRW-Koalition will Erschwerniszulage für Ermittler

Die schwarz-gelbe Koalition in Nordrhein-Westfalen möchte eine Erschwerniszulage für Ermittler, die kinderpornografisches Material sichten müssen. Ein entsprechender Antrag soll in der kommenden Woche ins Parlament eingebracht werden. Vorgesehen ist eine übertarifliche Zulage von 300 Euro pro Monat.

Düsseldorf. Die Regierungsfraktionen von CDU und FDP wollen eine Erschwerniszulage für Ermittler, die kinderpornografisches Material sichten müssen. Die Fraktionen beschlossen einen am Mittwoch veröffentlichten Antrag, der schon in der kommenden Woche ins Parlament eingebracht werden soll.

Vorgesehen ist eine übertarifliche Zulage von 300 Euro pro Monat für Beamte der Polizei, die “tatsächlich mit den Belastungen der täglichen Auswerte- und Analysearbeit konfrontiert sind”.

GdP lobt die Entscheidung

“Die unfassbaren Missbrauchsfälle in Münster, Lügde und Bergisch Gladbach zeigen, welche Dimensionen Kindesmissbrauch hat und wie tief die Abgründe in unserer Gesellschaft sind”, heißt es in dem Antrag. “Selbst die erfahrensten Kriminalbeamten sind an die Grenzen des menschlich Erträglichen gestoßen und weit darüber hinaus.”

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) lobte die Entscheidung. Dass die Polizei immer mehr Tätern auf die Spur komme, sei auch dem großen Engagement der dort eingesetzten Ermittlungsbeamten und IT-Experten zu verdanken.

Die Deutsche Polizeigewerkschaft nannte die Zulage eine Anerkennung für die Beamten, die tagtäglich das Leid und Elend von Kindern vor Augen geführt bekämen und die Täter überführten.

RND/dpa