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Frankreich, Bormes-Les-Mimosas: Emmanuel Macron, Präsident von Frankreich, kommt hinter Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), zur Pressekonferenz in der Sommerresidenz des Staatschefs, dem Fort de Bregancon. Die frühere Festung liegt auf einem Felsen an der Mittelmeerküste in der Nähe von Toulon. Quelle: Michael Kappeler/dpa

Mittelmeer-Konflikt: Macron fordert aktivere Rolle Deutschlands

Die Situation im östlichen Mittelmeer ist weiterhin angespannt. Der Streit um Erdgasvorkommen und geografische Grenzen droht weiter zu eskalieren. Der französische Präsident fordert ein Eingreifen Deutschlands - über die Vermittlerrolle hinaus.

Bormes-les-Mimosas. Frankreich und Deutschland wollen angesichts internationaler Krisen wie dem Streit um Erdgas im östlichen Mittelmeer oder in Belarus mit gemeinsamer Stimme sprechen. Man wolle sich eng miteinander abstimmen, sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Donnerstag bei einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in seiner Residenz Fort de Brégançon am Mittelmeer.

"Wir haben den Willen, das Völkerrecht im östlichen Mittelmeerraum aufrechtzuerhalten", sagte Macron. "In den kommenden Wochen werden wir unsere Zusammenarbeit fortsetzen müssen." In dem Streit geht es darum, dass Griechenland die Türkei bezichtigt, vor griechischen Inseln illegal Erdgasvorkommen zu erkunden. Die Regierung in Ankara weist die Vorwürfe zurück. Sie vertritt den Standpunkt, dass die Gewässer, in denen probeweise nach Erdgas gebohrt wird, zum türkischen Festlandsockel gehören.

Man wisse, dass Deutschland im Mittelmeer die gleiche Rolle einnehmen könne wie Frankreich, sagte Macron. Zur symbolischen Unterstützung Griechenlands ließ Macron die französische Militärpräsenz im östlichen Mittelmeer verstärken. Deutschland nimmt eine Vemittlerrolle ein. Macron erklärte, man habe außerdem über die Situation in Mali, im Libanon und in Belarus miteinander gesprochen.

Merkel will zurück an den Verhandlungstisch

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Türkei und Griechenland im Erdgaskonflikt im östlichen Mittelmeer mit Nachdruck zu einer Lösung am Verhandlungstisch aufgerufen. “Wir brauchen dort Stabilität und nicht Spannungen”, sagte Merkel. Die Situation sei sehr kritisch. Deutschland und Frankreich seien sich einig, dass “Attacken auf die Souveränität von Mitgliedsstaaten der Europäischen Union von uns nicht akzeptiert werden”.

Merkel sagte weiter: “Wir stehen dafür, dass man Probleme in Gesprächen löst und nicht durch Eskalation von Spannungen. Das gilt für alle Beteiligten.” Griechenland bezichtigt die Türkei, vor griechischen Inseln illegal Erdgasvorkommen zu erkunden. Die Regierung in Ankara weist die Vorwürfe zurück. Sie vertritt den Standpunkt, dass die Gewässer, in denen probeweise nach Erdgas gebohrt wird, zum türkischen Festlandsockel gehören.

RND/dpa