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Bodo Ramelow (l., Die Linke), Ministerpräsident von Thüringen, besichtigt während seiner Sommertour das IBA-Projekt "Haus Bräutigam". Quelle: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dp

Ramelow: “Was wir nicht wollen, ist der Ballermann auf dem Weihnachtsmarkt”

Großveranstaltungen sollen bis Jahresende nicht mehr stattfinden - darauf haben sich Bund und Länder geeinigt. Thüringen plant dennoch, Weihnachtsmärkte zu organisieren. Zugleich sagt Ministerpräsident Ramelow: “Was wir nicht wollen, ist der Ballermann auf dem Weihnachtsmarkt.”

Erfurt. Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) will trotz des weiteren Verbots von Großveranstaltungen Weihnachtsmärkte in Thüringen ermöglichen. "Wir wollen sie vorbereiten", sagte er am Freitag im Sommer-Interview von MDR Thüringen in Erfurt. "Was wir nicht wollen, ist der Ballermann auf dem Weihnachtsmarkt." Die Organisation der traditionellen Märkte in der Adventszeit müsse so erfolgen, dass es keine "alkoholisierten Zusammenkünfte" gebe und dass die Zahl der Menschen, die sich dort gleichzeitig aufhalten, reguliert werde, erklärte Ramelow.

Bund und Länder hatten sich am Donnerstag in einer Videokonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) darauf verständigt, dass Großveranstaltungen in Deutschland bis mindestens Ende Dezember grundsätzlich untersagt bleiben. Das gelte für solche Veranstaltungen, bei denen eine Kontaktverfolgung und das Einhalten von Hygieneregelungen nicht möglich sind.

Ramelow hatte bereits in der Vergangenheit deutlich gemacht, dass es bei Volksfesten auf die Umstände und Dimension ankomme. So sei es richtig, dass der Weimarer Zwiebelmarkt, zu dem eigentlich ein dichtes Gedränge in der Innenstadt gehöre, in diesem Jahr als eine Art Wochenmarkt organisiert werde, bei dem vor allem die Zwiebelbauern aus Heldrungen ihre Produkte anbieten könnten.

Ramelow verweist auf geringe Corona-Zahlen in Thüringen

Der Regierungschef verwies erneut auf die geringen Corona-Infektionszahlen in Thüringen, die neben Infektionsschutz-Konzepten eine Voraussetzung für Volksfeste in modifizierter Form seien. Derzeit seien etwa 120 Menschen im Freistaat nachweislich infiziert, die meisten zeigten keine Krankheitssymptome. Die Wahrscheinlichkeit, in Thüringen auf einen Infizierten zu treffen, seien damit gering.

Land und Kommunen würden aber jederzeit handeln, wenn die Infektionszahlen stiegen, versicherte Ramelow. Als eine Messlatte nannte er 15 Infizierte pro 100 000 Einwohner. Er mahnte, Masken zu tragen, wenn sich viele Menschen auf engem Raum aufhielten.

RND/dpa