Mittwoch , 28. September 2022
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Tennisstar Novak Djokovic. Quelle: James Ross/AAP/dpa

Australische Regierung: Djokovic stellt Gefahr für gesellschaftliche Ordnung dar

Die australische Regierung ändert ihre Strategie im Fall Novak Djokovic. Die Anwesenheit des Tennisstars während der Australien Open stelle eine Bedrohung für Menschenleben und die gesellschaftliche Ordnung im Land dar, argumentiert Einwanderungs­minister Alex Hawke einem Medienbericht zufolge. Gleichzeitig räume Hawke ein, dass es nur ein geringes Risiko gebe, dass Djokovic zur weiteren Verbreitung des Coronavirus beitrage.

Die australische Regierung schlägt gegenüber Tennisstar Novak Djokovic neue, noch schärfere Töne an. Die Anwesenheit des 34-Jährigen während der zweiwöchigen Australien Open stelle eine Bedrohung für Menschenleben und die gesellschaftliche Ordnung dar, da sich eine Anti-Impf-Stimmung im Land ausbreiten könnte, zitiert die Zeitung „The Age“ aus der Argumentation.

Weil Djokovic ungeimpft sei und öffentlich seine Ablehnung grundlegender Corona-Regeln mitteile, könne er andere dazu animieren, seine Position zu übernehmen. Konkret geht es um vorgeschriebene Schritte nach einem positiven Corona-Test, die Djokovic offenbar selbst nicht eingehalten hatte.

Gleichzeitig gestand Einwanderungs­minister Alex Hawke ein, dass der ungeimpfte Djokovic mit einer gültigen medizinischen Ausnahme­genehmigung nach Australien eingereist sei und ein geringes Risiko bestehe, dass er sich während seines Aufenthalts in Australien mit dem Virus infiziere und es an andere weitergebe.

Das Visum des ungeimpften Djokovic war am Freitag in einer persönlichen Entscheidung von Hawke ein zweites Mal für ungültig erklärt worden. Dies sei gut begründet und „im öffentlichen Interesse“, hatte der Minister mitgeteilt. Djokovic ist nicht gegen das Coronavirus geimpft und deswegen eine umstrittene Person in dem Land, das seit Beginn der Pandemie harte Regeln aufgestellt hat.

Djokovic will gegen diese Entscheidung aber juristisch vorgehen. Richter Anthony Kelly ordnete bei einer Anhörung den Termin am Sonntag an. Bis dahin darf Djokovic nicht abgeschoben werden. Für den Weltranglistenersten ist zudem am Samstag um 8 Uhr Ortszeit eine Anhörung bei der Einwanderungs­behörde anberaumt.

Danach kann er von 10 bis 14 Uhr mit seinen Anwälten den Gerichts­termin am Sonntag vorbereiten. Bis dahin muss er nicht in Abschiebehaft.

RND/seb