Mittwoch , 28. Oktober 2020
Immer noch landen in Deutschland zu viele Lebensmittel im Müll.

In diesen Bundesländern werfen Menschen am seltensten Lebensmittel in den Müll

Die gute Nachricht zuerst: 95 Prozent der Deutschen versuchen es zu vermeiden, Lebensmittel zu verschwenden. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstitut Civey, die Aldi Nord und Aldi Süd in Auftrag gegeben haben. Allerdings landet in der Realität einiges in der Tonne. 16,5 Prozent der Befragten entsorgen mindestens einmal pro Woche Lebensmittel.

Die Umfrage der beiden Discounter-Ketten hat Lebensmittelverschwendung im Kontext zum Bundesland der Befragten gesetzt. Es zeigt sich: In den alten Bundesländern gehen die Menschen im Durchschnitt verschwenderischer mit Lebensmitteln um als in den neuen Bundesländern.

Bundesländer-Ranking der Lebensmittelverschwender

Bei wem landen Lebensmittel seltener als einmal im Monat in der Tonne? Das wurde in der Befragung erörtert. Am häufigsten entsorgen demnach Saarländer Essen, am seltensten die Einwohner Mecklenburg-Vorpommerns.

Platz

Bundesland

Prozent

1

Mecklenburg-Vorpommern

61,7 Prozent

2

Thüringen

60,0 Prozent

3

Sachsen-Anhalt

59,5 Prozent

4

Brandenburg

59,0 Prozent

5

Hessen

54,6 Prozent

6

Sachsen

53,9 Prozent

7

Bayern

52,6 Prozent

7

Schleswig-Holstein

52,6 Prozent

9

Niedersachsen

52,2 Prozent

10

Berlin

49,5 Prozent

11

Bremen

49,2 Prozent

12

Nordrhein-Westfalen

48,8 Prozent

13

Rheinland-Pfalz

48,7 Prozent

14

Baden-Württemberg

47,7 Prozent

15

Hamburg

47,4 Prozent

16

Saarland

44,5 Prozent

Außerdem zeigt sich ein Unterschied im Bezug auf das Alter. Mehr als 70 Prozent der Befragten, die älter als 65 Jahre sind, schmeißen seltener als einmal im Monat oder sogar nie Lebensmittel in den Müll. Das sagen nur knapp 30 Prozent der Befragten im Alter zwischen 18 und 29 von sich. Dabei gaben 14,3 Prozent der Umfrageteilnehmer zwischen 18 und 29 Jahren sogar an, überhaupt nicht darauf zu achten, keine Lebensmittel zu verschwenden.

Weitere Ergebnisse der Umfrage: Gut jeder Zweite gibt an, die eigenen Vorräte stets zu kontrollieren, damit nichts abläuft. 39,5 Prozent der Befragten lagern Lebensmittel bewusst so, dass sie möglichst lange halten. Jeder Zehnte ist Lebensmittel nicht mehr, sobald das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist. Dagegen könnte helfen, was zumindest ein Drittel der Studienteilnehmer regelmäßig macht: Einkäufe im Voraus planen. So landet nichts im Einkaufwagen, das später in die Mülltonne wandert.

Anmerkung der Redaktion: Wir hatten im zweiten Absatz zunächst geschrieben, die Menschen in den alten Bundesländern gingen weniger verschwenderisch mit Lebensmitteln um. Das ist laut der Studie falsch und nun korrigiert.

Von Sarah Franke/RND