Samstag , 24. Oktober 2020
Beim Unterhaltsvorschuss werden seit Anfang des Jahres für Kinder bis fünf Jahre 165 Euro, von sechs bis elf Jahren 220 Euro und ab zwölf Jahren bis zur Volljährigkeit 293 Euro gezahlt. Quelle: imago images/Jens Schicke

Trotz Corona-Krise: Finanzhilfe für Kinder von Alleinerziehenden kaum gestiegen

Wiesbaden. Die Corona-Krise hat zunächst kaum zu mehr finanzieller Unterstützung des Staates für Kinder von Alleinerziehenden nach dem sogenannten Unterhaltsvorschussgesetz geführt. Im zweiten Quartal des Jahres stieg die Zahl der Fälle in Hessen zum Beispiel von April an lediglich um 246 auf 54 766, wie das hessische Sozialministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. “Uns sind bisher nur wenig Fälle bekannt, in denen der zum Barunterhalt verpflichtete Elternteil aufgrund der Zahlung von Kurzarbeitergeld oder durch die Pandemie bedingter Arbeitslosigkeit Unterhaltszahlungen gekürzt oder eingestellt hat.”

Staat holt sich bei Zahlungsfähigkeit das Geld zurück

Eine Erklärung könne sein, dass das Kurzarbeitergeld teilweise von den Arbeitgebern aufgestockt wird und die Reduzierung des Einkommens sich beim unterhaltspflichtigen Elternteil nicht so gravierend auswirke. Zudem sei zu vermuten, dass sich beide Elternteile auf Stundungen, Kürzungen, Ratenzahlungen oder auch einen vorübergehenden Verzicht einigen konnten. Es könne allerdings auch sein, dass sich die Pandemie erst langfristig auf die Zahlungen auswirke.

Das Geld holt sich der Staat im Zweifelsfall vom säumigen Unterhaltszahler zurück, wenn dieser wieder zahlungsfähig ist. „Denn zahlungspflichtig ist beim Kindesunterhalt nur, wer in der Lage ist, zu zahlen oder wer zahlen könnte, wenn alle zumutbaren Anstrengungen unternommen wurden“, heißt es auf der Homepage des Bundesfamilienministeriums.

RND/dpa