Mittwoch , 28. Oktober 2020
Ein Sandwich der Fast-Food-Kette Subway.

Gericht hat entschieden: Ein Subway-Sandwich ist kein Brot

London. Wegen des hohen Zuckergehalts in seinen Backwaren muss ein Lizenznehmer der Restaurantkette Subway Mehrwertsteuer abführen. Der Teig der aufgewärmten Sandwiches des irischen Unternehmens Bookfinders enthalte eindeutig zu viel Zucker, um noch als von der Mehrwertsteuer befreites Grundnahrungsmittel durchgehen zu können, entschied das Oberste Gericht Irlands am Dienstag.

Das irische Mehrwertsteuergesetz unterscheidet zwischen Brot als Grundnahrungsmittel und anderen Backwaren. Bookfinders hatte argumentiert, seine Sandwiches seien ebenso wie Kaffee und Tee Grundnahrungsmittel und damit von der Mehrwertsteuer befreit. Das Unternehmen versuchte seit mehr als zehn Jahren, eine Steuerrückzahlung zu erwirken.

Subway-Sandwiches sind eher Gebäck oder Süßwaren

Doch das lehnten nicht nur die Vorinstanzen ab, auch den Obersten Richtern schmeckte das Ansinnen nicht. Für Grundnahrungsmittel seien zwei Prozent Zucker im Verhältnis zum Mehl im Teig erlaubt, bei Bookfinders seien es aber zehn Prozent, urteilten sie. Damit handle es sich bei den Sandwiches eher um Gebäck oder Süßwaren.

Subway versicherte, bei dem für seine Sandwiches verwendeten Backwerk handle es sich selbstverständlich um Brot. Es werde jeden Tag frisch gebacken, schmecke so gut, wie es aussehe, und die Gäste kämen auch immer wieder. Im Übrigen beruhe das Urteil der Richter auf einer veralteten Ausnahmeregel für Brot. 2012 sei eine neue Regelung erlassen worden.

RND/AP