In der Corona-Pandemie werden vielerorts verkaufsoffene Sonntage abgesagt. Quelle: Henning Kaiser/dpa

Verkaufsoffener Sonntag am 11. Oktober: In welchen Bundesländern haben Geschäfte geöffnet?

Wegen der Corona-Pandemie finden verkaufsoffene Sonntage in Deutschland derzeit nur vereinzelt statt. Obwohl der Einzelhandel besonders unter dem geminderten Konsumklima leidet, herrscht bislang keine Einigkeit darüber, ob zusätzliche verkaufsoffene Sonntage ein probates Mittel in der Krise sind.

Während manch ein Bundesland einer flexibleren Lösung für Läden am Sonntag offen gegenübersteht, lehnen andere Länder eine Ausweitung der bestehenden Regelungen strikt ab. Ob bereits geplante verkaufsoffene Sonntage in einer Stadt oder Gemeinde stattfinden, entscheiden die Behörden vor Ort.

Wie sieht es in Ihrem Bundesland aus, und welche Städte haben verkaufsoffene Sonntage geplant? Ein Überblick.

Verkaufsoffener Sonntag am 11.10.2020: Alle Bundesländer in der Übersicht

Am 11. Oktober sind in mindestens zehn Bundesländern verkaufsoffene Sonntage geplant. Welche Städte oder Gemeinden teilnehmen, kann sich kurzfristig ändern. Unter Umständen bezieht sich der Termin nur auf bestimmte Geschäfte oder Ortsteile. Im Zweifel geben die örtlichen Ortsverwaltungen Auskunft. Alle Angaben ohne Gewähr.

Baden-Württemberg

Bopfingen

Bayern

Ampfing (8-17 Uhr) Cham (10-17 Uhr) Dillingen an der Donau Dinkelsbühl (10-18 Uhr) Freising (abgesagt) Grafenau (13-17 Uhr) Günzburg (13-18 Uhr) Klingenberg am Main (ab 13 Uhr) Königsbrunn (abgesagt) Neuburg an der Donau (13-18 Uhr) Regensburg (13-18 Uhr) Schwarzenbach an der Saale (10-18 Uhr) Schwarzenfeld (13-17 Uhr) Tettau (10-17 Uhr) Traunreut (abgesagt)

Berlin

In Berlin sind am 11. Oktober keine verkaufsoffenen Sonntage geplant.

Brandenburg

In Brandenburg sind am 11. Oktober keine verkaufsoffenen Sonntage geplant.

Bremen

In Bremen sind am 11. Oktober keine verkaufsoffenen Sonntage geplant.

Hamburg

In Hamburg sind am 11. Oktober keine verkaufsoffenen Sonntage geplant.

Hessen

Korbach (abgesagt) Marburg (abgesagt) Rimbach (abgesagt)

Mecklenburg-Vorpommern

Stralsund (13-18 Uhr)

Niedersachsen

Bremervörde (ab 12 Uhr) Delmenhorst (abgesagt) Duderstadt (13-18 Uhr) Einbeck (ab 13 Uhr) Löhne (abgesagt) Northeim (13-18 Uhr) Oldenburg (abgesagt) Osnabrück (abgesagt) Stade (13-18 Uhr) Varel (12-17 Uhr) Wiesmoor (abgesagt)

Nordrhein-Westfalen

Anröchte, Ortskern (13-18 Uhr) Arnsberg, Stadtteil Neheim (ab 12 Uhr) Bielefeld (Brackwede, Senne, Mitte) Brakel (abgesagt) Datteln (abgesagt) Detmold (abgesagt) Dinslaken (13-18 Uhr) Dülmen (abgesagt) Düsseldorf-Eller (abgesagt) Ibbenbüren (13-18 Uhr) Kaarst (abgesagt) Kempen (abgesagt) Köln, Porz-Mitte (13-18 Uhr) Lengerich (abgesagt) Lennestadt-Altenhundem (13-18 Uhr) Leverkusen-Opladen (abgesagt) Marl (abgesagt) Neuss (abgesagt) Olfen (abgesagt) Rhede (abgesagt) Rees (abgesagt) Schwelm (abgesagt) Velen (13-18 Uhr) Vreden (13-18 Uhr)

Rheinland-Pfalz

Birkenfeld (abgesagt) Bitburg (13-18 Uhr) Kirn (abgesagt) Mayen (11-18 Uhr) Neuwied (abgesagt) Ransbach-Baumbach (abgesagt) Saarburg (11-18 Uhr) Zell (Mosel) (abgesagt) Zweibrücken, Fashion Outlet (13-18 Uhr)

Saarland

Homburg/Saar (13-18 Uhr) Illingen/Saar (13-18 Uhr) St. Ingbert (13-18 Uhr)

Sachsen

Pirna (12-18 Uhr) Freiberg (13-18 Uhr) Auerbach/Vogtland (13-18 Uhr)

Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt sind am 11. Oktober keine verkaufsoffenen Sonntage geplant.

Schleswig-Holstein

Bad Segeberg (12-17 Uhr) Brunsbüttel (12-17 Uhr) Leck (14-18 Uhr)

Thüringen

Weimar (12-18 Uhr)

Verkaufsoffene Sonntage in Corona-Zeiten: Was plant mein Bundesland?

Aus Politik und Wirtschaftskreisen gibt es vereinzelt Rufe, den hart von der Corona-Krise getroffenen Einzelhandel durch zusätzliche verkaufsoffene Sonntage zu stärken. Der Vorschlag der FDP, die verpflichtenden Geschäftsschließungen an Sonn- und Feiertagen für ein Jahr auszusetzen, erhält landespolitisch jedoch wenig Zuspruch. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hingegen befürwortet erweiterte Ladenöffnungszeiten zur Ankurbelung der Konjunktur. Demgegenüber steht eine überwiegend skeptische Bevölkerung: Einer Forsa-Umfrage von Mai zufolge glaubt nur ein Drittel, dass über verkaufsoffene Sonntage verlorener Umsatz wieder hereingeholt werden könnte.

Bis auf Weiteres können die Kommunen freiwillig entscheiden, ob sie in der Corona-Krise Geschäften erlauben, an ausgewählten Sonn- und Feiertagen zu öffnen. Zu Beginn der Pandemie ermöglichten einige Bundesländer, etwa Schleswig-Holstein oder Niedersachsen, die Aufhebung des Sonntagsverkaufsverbots für Supermärkte. Viele Filialen machten von der zeitweisen Aufhebung jedoch keinen Gebrauch.

Zusätzliche verkaufsoffene Sonntage in NRW

Konkrete Pläne für Ausnahmen zu den bestehenden Regelungen für verkaufsoffene Sonn- und Feiertage gibt es zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen. Das Land erlaubt Kommunen in der Corona-Krise bis zu vier verkaufsoffene Sonntage pro Geschäft im Jahr 2020. Das hat das nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerium am 9. Juli in einem Runderlass bekannt gegeben. Als Grund nennt die Landesregierung die „flächendeckende Gefährdung“ des stationären Einzelhandels durch die Corona-Pandemie, weist aber darauf hin, dass „eine vollständige Abwehr dieser Gefährdung allein durch verkaufsoffene Sonn- und Feiertage (...) nicht zu erwarten“ sei.

Niedersachsen steht einer Ausweitung offen gegenüber. Andere Bundesländer sind zurückhaltender oder lehnen eine Ausweitung ab. Wie in anderen Bundesländern auch, wurde eine Verkaufsöffnung an Sonn- und Feiertagen in Baden-Württemberg “zur Sicherstellung der Versorgung der Bevölkerung zeitweise im Rahmen der Corona-Verordnung ermöglicht”. Baden-Württembergs Landesregierung teilt auf Anfrage im Juli mit, dass dieser Anlass inzwischen nicht mehr bestehe und eine Ausnahmegenehmigung für zusätzliche verkaufsoffene Sonntage somit nicht mehr gerechtfertigt sei.

Ähnlich argumentieren andere Länder. So hat der Berliner Senat eine zeitweise Sondergenehmigung zur Sonntagsöffnung während der Corona-Krise am 19. April 2020 auslaufen lassen. Eine Verlängerung der Allgemeinverfügung zur Offenhaltung von Verkaufsstellen an Sonn- und Feiertagen anlässlich der Corona-Pandemie wird abgelehnt. Die Berliner Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales teilt auf Nachfrage mit, dass „Änderungen des Berliner Ladenöffnungsgesetzes (...) – auch angesichts der anhaltenden Corona-Pandemie - nicht vorgesehen“ sind.

Was sagt das Bundesgesetz zum verkaufsoffenen Sonntag?

In Deutschland ist der Sonntag Ruhetag und damit grundsätzlich arbeitsfrei. Sofern keine begründete Sonderregelung besteht, dürfen Arbeitnehmer an Sonn- und Feiertagen zwischen 0 und 24 Uhr nicht beschäftigt werden. Allerdings gibt es zahlreiche Ausnahmen zu dieser Regelung.

Ausgenommen vom Arbeitsverbot an Sonn- und Feiertagen sind zum Beispiel Krankenhäuser und Apotheken, Polizei, Not- und Rettungsdienste sowie Feuerwehr, Verkehrsbetriebe, Gaststätten, Kioske und Tankstellen. Eine Ausnahme besteht auch für Kur- und Erholungsorte. Hier dürfen die Geschäfte an bis zu 40 Sonntagen im Jahr geöffnet haben.

Verkaufsoffener Sonntag muss an Anlass geknüpft sein

Sowohl Arbeitnehmerschutzgesetze als auch die Einhaltung religiöser Feiertage sowie Wahrung von Hauptgottesdiensten haben Einfluss auf die Ladenöffnungszeiten. Wann und wie oft ein verkaufsoffener Sonntag in einem Ort oder einem bestimmten Handelszweig stattfindet, bestimmen die Gemeinden oder Städte in der Regel selbst.

Grundsätzlich müssen verkaufsoffene Sonntage an einen Anlass, etwa Stadtfeste, Messen oder Märkte geknüpft sein. Doch auch die Belebung von Stadtzentren oder Innenstädten sowie die Stärkung des stationären Einzelhandelsangebots können als Gründe gelten.

Wie viele verkaufsoffene Sonntage gibt es in einem Jahr?

Laut Bundesgesetz darf jedes Bundesland maximal vier verkaufsoffene Sonntage im Jahr veranstalten. Die Dauer von verkaufsoffenen Sonntagen ist in der Regel auf fünf Stunden begrenzt. Viele Bundesländer halten diese Regelung aber für nicht zeitgemäß. So kann es in Berlin, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen theoretisch zwischen sechs und zehn verkaufsoffene Sonntage im Jahr geben. Auch das Zeitfenster für Öffnungszeiten und die Höchstgrenze für Verkaufszeiten am Sonntag können abweichen.

Möglich ist das, da das Bundesgesetz die Landesregierungen befähigt, weitere Verkaufssonntage zu bestimmen. Wie viele verkaufsoffene Sonntage es in einem Bundesland pro Jahr gibt, ist also in den jeweiligen Landesgesetzen über Ladenöffnungs- und Verkaufszeiten geregelt.

Ein Überblick über die Anzahl von verkaufsoffenen Sonntagen und Öffnungszeiten in den Bundesländern:

Bundesland

verkaufsoffene Sonntage im Jahr

Zeitraum

Baden-Württemberg

3

bis 18 Uhr (max. 5 Stunden)

Bayern

4

bis 18 Uhr (max. 5 Stunden)

Berlin

8 + 2

13 - 20 Uhr

Brandenburg

5 + 1

13 - 20 Uhr

Bremen

4

11 - 18 Uhr (max. 5 Stunden)

Hamburg

4

bis 18 Uhr (max. 5 Stunden)

Hessen

4

bis 20 Uhr (max. 6 Stunden)

Mecklenburg-Vorpommern

4

k. A. im Landesgesetz

Niedersachsen

4

max. 5 Stunden

Nordrhein-Westfalen

8

13 - 18 Uhr

Rheinland-Pfalz

4

max. 5 Stunden

Saarland

4

13 - 18 Uhr

Sachsen

4 + 1

12 - 18 Uhr

Sachsen-Anhalt

4

11 - 20 Uhr (max. 5 Stunden)

Schleswig-Holstein

4

bis 18 Uhr (max. 5 Stunden)

Thüringen

4

11 - 20 Uhr (max. 6 Stunden)

Anmerkungen:

Berlin: zwei weitere aus Anlass besonderer Ereignisse, wie Firmenjubiläen und Straßenfeste Brandenburg: ein weiterer aus Anlass regionaler Ereignisse, insbesondere traditioneller Vereins- oder Straßenfeste oder besonderer Jubiläen Niedersachsen: maximal sechs verkaufsoffene Sonntage pro Gemeinde Sachsen: ein weiterer aus Anlass besonderer regionaler Ereignisse, insbesondere von traditionellen Straßenfesten, Weihnachtsmärkten und örtlich bedeutenden Jubiläen Schleswig-Holstein: Durch die Bäderregelung gibt es weitere themenbezogene Aktionen an Sonntagen.

RND/pf