“Die Mehrwertsteuersenkung sollte auf keinen Fall über den Jahreswechsel hinaus verlängert werden”: Ifo-Präsident Clemens Fuest.

Ifo-Chef: Mehrwertsteuer sollte 2021 wieder steigen

Der Präsident des Münchner Ifo-Instituts Clemens Fuest stellt der Mehrwertsteuersenkung im Interview mit “Spiegel Online” ein schlechtes Zeugnis aus. Die Maßnahme sei teuer und wirke nicht zielgenau. So profitierten auch Unternehmen, denen es ohnehin gerade gut ginge wie zum Beispiel Onlineversandhäuser. “Die Mehrwertsteuersenkung sollte auf keinen Fall über den Jahreswechsel hinaus verlängert werden”, sagte Fuest dem Magazin.

Die Bundesregierung hatte in ihrem Konjunkturpaket im Juni eine Absenkung der generellen Mehrwertsteuer von 19 auf 16 Prozent und der ermäßigten Mehrwertsteuer von 7 auf 5 Prozent beschlossen. Damit sollte der Konsum in der Corona-Krise angeheizt und die Wirtschaft am Laufen gehalten werden. Die Mehrwertsteuersenkung gilt begrenzt seit dem 1. Juli und bis zum 31. Dezember 2020. Die Bundesregierung hatte für die Maßnahme Einbußen in Höhe von 20 Milliarden Euro eingeplant.

Wenn weitere Hilfen nötig sein, plädiert Fuest dafür, den sogenannten Verlustrücktrag auszuweiten, dank dem die Unternehmen bei der Besteuerung ihre aktuellen Verluste mit Gewinnen aus den Vorjahren verrechnen dürfen. “Das sind ja keine Steuersenkungen, die den Staat viel Geld kosten. Vielmehr bekommen die Unternehmen so die Möglichkeit, ihre Belastungen besser zu verteilen und so Liquidität zu sichern”, sagte er in dem Interview.

RND/ang