Nicht hamstern: Ein Biomarkt hat die Verhaltensregeln für den Einkauf ausgeweitet. Quelle: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/ZB

Es ist genug für alle da

In den sozialen Netzwerken machen wieder Fotos von leeren Regalen in Supermärkten die Runde: Toilettenpapier, Mehl, Seife – all die Produkte, die auch im Frühjahr schon oft ausverkauft waren, sollen nun schon wieder knapp werden. Darüber berichten auch viele Medien.

Die meisten Handelsketten konnten gegenüber dem RND aber nicht bestätigen, dass das Hamstern wieder losgeht: Laut einer Umfrage beobachten Rewe, Penny, Edeka und Netto Marken-Discount kein verändertes Einkaufsverhalten ihrer Kunden. Aldi Süd, Aldi Nord und dm berichten von einer leicht gestiegenen Nachfrage in einzelnen Warensegmenten – auch sie sehen aber keine Lieferengpässe.

Ist also alles nur Panikmache?

Klar ist: Fotos von leeren Regalen verunsichern die Menschen. Niemand verzichtet gern freiwillig auf Produkte, die er im Alltag gewohnt ist. Allein die Diskussion um Hamsterkäufe setzt eine Spirale in Gang – und Menschen, die sonst vielleicht gar nicht dazu neigen, laden lieber einen kleinen Vorrat in den Einkaufswagen. Man weiß ja nie. Hand aufs Herz: Wer hat im Frühling nicht schon einmal eine Packung Toilettenpapier zusätzlich gekauft – weil gerade mal etwas da war?

Im Frühjahr war die Verunsicherung groß, Corona war neu und wir mussten uns erst an den Umgang mit dem Virus gewöhnen. In diesem Herbst sollten wir aber schlauer sein – und aus Rücksicht auf unsere Umwelt die zweite Packung Toilettenpapier für den nächsten übrig lassen. Das ist solidarisch und führt zu einer entspannten Situation für alle. Denn – wie verantwortliche Politiker und Lebensmittelhändler derzeit konsequent betonen: Es ist genug für alle da. Das einzige Problem sind unnötige Hamsterkäufe.

Von Anne Grüneberg/RND