Im Weihnachtsreiseverkehr will die Deutsche Bahn die Sicherheit erhöhen, indem mehr Plätze angeboten werden. Quelle: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dp

Corona-Zahlen steigen: Mehr Menschen verzichten wieder auf Fernreisen mit dem Zug

Berlin. Angesichts rapide steigender Infektionszahlen und neuer politischer Gegenmaßnahmen in der Corona-Krise verzichten wieder mehr Menschen aufs Bahnfahren. „Seit Anfang Oktober registrieren wir eine zunehmende Verunsicherung unserer Kunden im Fernverkehr, während das Verkehrsaufkommen im Regionalverkehr stabil geblieben ist“, teilte ein Sprecher der Deutschen Bahn auf Anfrage mit. „Besonders betroffen sind im Fernverkehr vor allem Geschäftsreisen sowie längerfristige Buchungen, was angesichts der aktuellen Entwicklungen und Diskussionen nicht verwunderlich ist.“

Im Frühjahr, als bundesweit erhebliche Reise- und Ausgehbeschränkungen galten, war die Nachfrage bei der Deutschen Bahn nahezu vollständig zum Erliegen gekommen. Dennoch hielt der bundeseigene Konzern einen Großteil des eigenen Angebots aufrecht. Mit den Lockerungen im Sommer stieg auch die Nachfrage wieder. Zwischenzeitlich lag das Verkehrsaufkommen im Fernverkehr laut Sprecher wieder bei rund 75 Prozent des vor Corona üblichen Niveaus. Nun geht der Trend wieder in die andere Richtung.

Zugfahren trotz Corona an Weihnachten: Deutsche Bahn will mehr Plätze anbieten

Im Weihnachtsreiseverkehr will die Bahn nach einem Bericht der „Welt am Sonntag“ die Sicherheit erhöhen, indem mehr Plätze angeboten werden. „Sicheres Reisen mit bestmöglichem Abstand wollen wir in jedem Fall gewährleisten“, sagte ein DB-Sprecher dem Blatt. „In diesem Jahr werden wir für die Reisezeit vor den Weihnachtsfeiertagen über eine noch größere Zugflotte verfügen.“ Man plane mit mehr Verbindungen, dichteren Zugfolgen und mehr neuen Zügen mit täglich 13.000 zusätzlichen Sitzplätzen.

Auch aufgrund der niedrigen Nachfrage wird für dieses Jahr ein Milliardenverlust bei dem Staatskonzern erwartet. Der Bund unterstützt das eigene Unternehmen mit einer Eigenkapitalerhöhung von fünf Milliarden Euro, die aber von Wettbewerbern kritisiert wird und von der EU-Kommission geprüft werden muss. Um einen eigenen Sparbeitrag zu leisten, verhandelt die Bahn derzeit mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) in einem Schlichtungsverfahren über Möglichkeiten.

RND/dpa