In der Abhöraffäre bei Volkswagen soll es eine neue Spur geben. Quelle: Sina Schuldt/dpa

VW-Abhöraffäre: Spur führt wohl zu russischer VW-Managerin

In der Abhöraffäre des Wolfsburger Autobauers Volkswagen gibt es neue Entwicklungen. Eine Spur soll die Ermittler nun zu einer hochrangigen VW-Managerin nach Russland führen. Das berichtet das Onlinemagazin „Business-Insider“ und beruft sich dabei auf eine mutmaßliche Aussage und den Abschiedsbrief des damaligen Hauptverdächtigen. Die VW-Managerin solle dem im August tot aufgefundenen VW-Mitarbeiter den Auftrag gegeben haben, die Gespräche im Streit zwischen VW und dem Zulieferer Prevent aufzuzeichnen.

Nach Angaben der „Wolfsburger Allgemeinen Zeitung“ (WAZ) will die Braunschweiger Staatsanwaltschaft die Meldung bislang nicht bestätigen. Da es in der letzten Woche jedoch zu neuen Durchsuchungen bei Volkswagen in Wolfsburg kam, sei offensichtlich, dass die Ermittler einer neuen Spur nachgingen, so die „WAZ“. „Dabei wurden durch das Unternehmen Dokumente und Dateien übergeben, die derzeit ausgewertet werden“, sagte Staatsanwalt Christian Wolters.

Volkswagen bestätigt neue Durchsuchungen

Nach Angaben der „WAZ“ bestätigte Volkswagen die Durchsuchungen. „Im Zuge der andauernden Ermittlungstätigkeit wurden der zuständigen Staatsanwaltschaft Braunschweig am vergangenen Dienstag Dokumente und Datenträger in den Geschäftsräumen der Volkswagen AG übergeben“, sagte ein Sprecher des Unternehmens der Zeitung.

In Bezug auf die mutmaßlich verdächtige russische Managerin äußerte sich der Konzern nicht. Laut „Business Insider“ soll es sich bei dieser um die derzeitige Leiterin des Einkaufs in Russland handeln. In ihrer früheren Funktion soll sie in engem Kontakt zu dem bosnischen Zulieferer Prevent gestanden und als Bindeglied zwischen diesem und dem VW-Management fungiert haben.

In der Abhöraffäre soll der verstorbene VW-Mitarbeiter zwischen 2017 und 2018 Gespräche einer VW-Arbeitsgruppe aufgezeichnet haben, in denen es darum gegangen sein soll, wie VW den Zulieferer Prevent ausmanövrieren könne. Prevent selbst bestreitet eine Verstrickung in die Affäre.

Von Michèle Förster/RND