Die Industrieländervereinigung OECD erwartet einen langsameren Wirtschaftsaufschwung als zunächst vorhersagt. Quelle: Tom Weller/dpa

OECD: Wirtschaft erlebt auch 2021 nur langsamen Aufschwung

Paris. Die Industrieländervereinigung OECD erwartet angesichts der noch nicht überwundenen Corona-Krise einen langsameren Wirtschaftsaufschwung als zunächst vorhersagt. Die Weltwirtschaft dürfte nach einem starken Einbruch 2020 im neuen Jahr um 4,2 Prozent wachsen, teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Dienstag in Paris in einer Konjunkturprognose mit. Für 2022 werde dann ein Plus von 3,7 Prozent erwartet.

OECD: Lage wäre ohne öffentliche Hilfen weitaus schlimmer

Noch Mitte September hat die OECD für das kommende Jahr einen Wiederanstieg der globalen Wirtschaftsleistung um 5,0 Prozent prognostiziert. Im laufenden Jahr werde die globalen Wirtschaft um etwa 4,2 Prozent schrumpfen, so die Organisation. Das ist etwas weniger als zunächst befürchtet.

„Zum ersten Mal seit Ausbruch der Pandemie gibt es nun Hoffnung auf eine bessere Zukunft“, berichtete OECD-Chefökonomin Laurence Boone mit Blick auf die erwarteten Corona-Impfstoffe. „Das Schlimmste wurde vermieden (…)“, erklärte sie weiter – denn ohne enorme öffentliche Hilfen würde die wirtschaftliche und soziale Lage schlechter aussehen. Viele Staaten hatten in der Krise die Geldhähne geöffnet, um Unternehmen und Bürgern zu helfen. Steigende Defizite sind vielerorts die Folge.

Für Deutschland wird am laufenden Jahr ein Minus beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 5,5 Prozent angenommen. Im kommenden Jahr werde der Aufschwung der größten Volkswirtschaft der Eurozone mit 2,8 Prozent vergleichsweise langsam ausfallen. Für 2022 wird ein Plus von 3,3 Prozent angenommen.

RND/dpa