Flugzeug mit Kondensstreifen am Himmel. Im Jahr 2020 sind 60 Prozent weniger Menschen geflogen als im Jahr davor. Quelle: imago images/Christian Ohde

60 Prozent weniger Flugpassagiere im Jahr 2020

Die Luftfahrtbranche steckt in einer tiefen Krise: Die Fluggesellschaften beförderten im ersten Jahr der Corona-Pandemie insgesamt 1,8 Milliarden Fluggäste – so wenige wie zuletzt in 2013. Im Jahr 2019 waren noch 4,5 Milliarden Passagiere gezählt worden. Das bedeutet einen Rückgang um 60 Prozent, teilte die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) mit.

Vor allem der internationale Luftverkehr leidet. Während die Zahl der Passagiere auf Inlandsflügen um 50 Prozent zurückging, waren es auf internationalen Flügen 74 Prozent weniger.

Mit den weltweiten Grenzschließungen und Reisebeschränkungen war die Gesamtzahl der Passagiere im ersten Quartal 2020 gegenüber dem gleichen Zeitraum 2019 sogar um 92 Prozent eingebrochen. Nach dem Erreichen des Tiefpunkts im April erholte sich der Passagierverkehr während der Hauptsaison im Sommer laut ICAO moderat, der Aufwärtstrend war jedoch nur von kurzer Dauer. Er endete im September, als die zweite Infektionswelle in vielen Regionen die Wiedereinführung restriktiver Maßnahmen veranlasste.

Wann erholt sich der Flugverkehr?

Auch das Jahr 2021 verspricht zumindest im ersten Quartal keine Besserung. Einer Prognose des ICAO zufolge werde die Nachfrage nach Flugreisen bis Ende März gering bleiben und vielleicht sogar noch weiter zurückgehen.

Bis sich die Luftfahrtbranche aber komplett von der Corona-Krise erholt haben wird, könnte es noch Jahre dauern. Die europäische Luftsicherheitsorganisation Eurocontrol nennt in ihrer Prognose 2024 als frühesten Zeitpunkt, schlimmstenfalls könnte es noch neun Jahre dauern.

RND/gei