Bund und Länder wollen, dass mehr Menschen von zu Hause aus arbeiten. Quelle: Sebastian Gollnow/dpa

Steuervorteil im Homeoffice: So können Sie IT-Kosten schnell absetzen

Der Lockdown wird verlängert, Arbeitnehmer sollen, wo möglich, im Homeoffice arbeiten. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hat dem Bundeskabinett eine Verordnung vorgelegt, mit der die von Bund und Ländern besprochenen Homeofficevorgaben für Unternehmen umgesetzt werden sollen. Demnach sollen Arbeitgeber Beschäftigten im Falle von Büroarbeit oder vergleichbaren Tätigkeiten anbieten, auch zu Hause arbeiten zu können, wenn keine zwingenden betriebsbedingten Gründe dagegensprechen. Bund und Länder haben sich in diesem Zusammenhang auch auf eine Steuerförderung für Computer geeinigt:

„Zur weiteren Stimulierung der Wirtschaft und zur Förderung der Digitalisierung werden bestimmte digitale Wirtschaftsgüter rückwirkend zum 1. Januar 2021 sofort abgeschrieben. Damit können insoweit die Kosten für Computerhardware und Software zur Dateneingabe und -verarbeitung zukünftig im Jahr der Anschaffung oder Herstellung steuerlich vollständig berücksichtigt werden. Gleichzeitig profitieren davon auch alle, die im Homeoffice arbeiten. Die Umsetzung soll untergesetzlich geregelt und damit schnell verfügbar gemacht werden.“

IT-Kosten auf einmal absetzen

Im Klartext bedeutet dieses für Arbeitnehmer: Erhalten Sie von ihrem Arbeitgeber keine IT-Ausstattung wie Computer, Drucker und sonstiges Zubehör für das Arbeiten im Homeoffice, können Sie die eigenen Kosten dafür in der Steuererklärung für das Jahr 2021 bei den Werbungskosten sofort und auf einmal ansetzen.

Als Werbungskosten gelten alle Kosten, die einem steuerpflichtigen Arbeitnehmer in unmittelbarem Zusammenhang mit seiner beruflichen Tätigkeit entstanden sind. Diese Kosten können Sie steuerlich geltend machen, sofern sie nicht schon von Ihrem Arbeitgeber steuerfrei erstattet wurden.

Werbungskosten geltend machen

Der private Kauf eines Computers für das Homeoffice gehört entsprechend zu den Werbungskosten. Wenn keine einzelnen Werbungskosten geltend gemacht werden, wird seitens des Finanzamtes ein Betrag von 1.000 Euro pauschal ohne Nachweise angenommen. Bisher war eine Sache dabei zu beachten – gerade beispielsweise beim Kauf eines Computers:

Liegt dessen Preis unter 952 Euro inklusive Mehrwertsteuer (also 800 Euro netto) gilt dieser als sogenanntes geringwertiges Wirtschaftsgut (GWG) und kann vollständig in dem betreffenden Kalenderjahr, in dem er gekauft wurde, als Werbungskosten angesetzt werden. Bei teureren Geräten geht das nicht. Wenn deren Kaufpreis über der besagten Grenze liegt, müssen Computer und andere Geräte über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von drei Jahren abgeschrieben werden. Das heißt, die Kosten werden über drei Jahre in der Steuererklärung verteilt.

„Förderung der Digitalisierung“

Genau diese GWG-Regelung wurde nun von Bund und Ländern „zur weiteren Stimulierung der Wirtschaft und zur Förderung der Digitalisierung“ ausgehebelt. Wer also in 2021 beispielsweise einen teureren Computer mit einem Kaufpreis von mehr als 952 Euro kauft, kann diesen komplett, den gesamten Kaufpreis, in der Steuererklärung für das Jahr 2021 abschreiben.

Von Christoph Scherbaum/RND