Kunststoffröhrchen mit Corona-Abstrichen stehen nach dem PCR-Test in einem Labor. Die Nachfrage nach PCR-Tests ist in der Pandemie erheblich gestiegen und doch sind die Labore insgesamt nicht die wirtschaftlichen Gewinner der Corona-Krise. Quelle: Andreas Arnold/dpa

Labore in der Corona-Krise: Wer keinen PCR-Test anbietet, verliert

Berlin. Die Nachfrage nach PCR-Tests ist in der Pandemie erheblich gestiegen und doch sind die Labore insgesamt nicht die wirtschaftlichen Gewinner der Corona-Krise. „Besonders fachärztliche Labore, die keine Coronavirus-Tests durchführen, trifft die Versorgungskrise besonders hart“, erklärte der Berufsverband Deutscher Laborärzte (BDL) am Freitag. Dies seien vor allem ambulante, aber auch Krankenhaus-Labore. „Diese medizinisch hochproblematischen Einbrüche vor allem bei Routine- und Vorsorgeleistungen halten bis heute an.“

Konkret hätten die Praxen im Corona-Jahr 2020 etwa 30 bis 40 Prozent weniger diagnostische Leistungen bei den Laboren angefordert als in den Vorjahren. „Vielfach mussten deshalb Gelder aus der Schutzschirm-Vereinbarung in Anspruch genommen werden.“

Auch wenn in der Pandemie der Anteil des Umsatzes der Infektionsdiagnostik in den Laboren „deutlich höher“ sei – normalerweise mache er 30 bis 40 Prozent des Gesamtumsatzes aus – so hätten die Umstellung auf die Krise und die damit verbundenen Investitionen schwer gewogen.

Corona: Labore hatten nur wenige Monate Zeit zur Vorbereitung

Auch der Verein der Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM) erklärte, dass die Labore „in wenigen Monaten mit hohen Investitionen in Personal, Gerätesysteme und Prozessressourcen enorme Kapazitäten aufgebaut“, hätten. Gleichzeitig habe es Ausgaben für die Digitalisierung der Corona-Meldewege gegeben, auch hierfür seien „beachtliche Ressourcen zur Verfügung gestellt“ worden.

Zudem sei das Arbeitsaufkommen in den Laboren während der Pandemie nicht beständig. Sowohl in den Sommer - und Herbstmonaten des vergangenen Jahres, als auch seit Anfang des Jahres liege die Auslastung der Labore bei 50 Prozent. Doch „die mit den Kapazitäten verbundenen Vorhaltekosten tragen die Labore auch in Zeiten, in denen die Inanspruchnahme/Auslastung der Labore bei lediglich 50 Prozent liegt“, erklärte eine Sprecherin des Verbandes.

RND/dpa