Bis auf Weiteres geschlossen: Der Europa-Park im baden-württembergischen Rust. Quelle: Philipp von Ditfurth/dpa

Heide Park, Europa-Park, Phantasialand: Diese Freizeitparks verschieben Saisonstart

Die großen Freizeitparks in Deutschland müssen ihren Start in die Saison verschieben. Normalerweise öffnen sie jedes Jahr Ende März oder Anfang April ihre Tore. Doch die Corona-Pandemie und der damit verbundene Lockdown in Deutschland machen das in diesem Jahr unmöglich.

Folgende Freizeitparks sind bis auf Weiteres geschlossen:

Europa-Park in Rust, Baden-Württemberg Phantasialand in Brühl, Nordrhein-Westfalen Heide Park Soltau, Niedersachsen Holiday Park in Haßloch, Rheinland-Pfalz Legoland bei Günzburg in Bayern Playmobil Fun Park in Zirndorf, Bayern Movie Park in Bottrop, Nordrhein-Westfalen

Der Verband Deutscher Freizeitparks und Freizeitunternehmen (VDFU) kritisiert die Maßnahme. „Es stößt bei unseren Mitgliedern auf Unverständnis, dass zoologische Gärten vielerorts öffnen dürfen und Freizeitparks nicht. Denn beides ist Outdoor und auf großer Fläche. Dennoch gelten da nicht die gleichen Regeln, ohne dass dies sachlich begründet wird“, sagt Pressesprecher Janek Schwedek.

Freizeitparks können nicht kurzfristig den Betrieb wieder aufnehmen

Tatsächlich haben in vielen Bundesländern die Zoos und Tierparks wieder geöffnet. In Hannover hatte kürzlich das Oberverwaltungsgericht geurteilt, dass die pandemiebedingte Schließung unverhältnismäßig sei, woraufhin der Zoo Hannover gleich am nächsten Tag wieder Gäste Willkommen hieß. So einfach sei es für die Freizeitparks nicht, gibt Schwedek zu bedenken: „Zoos müssen den Betrieb wegen der Tiere oft unabhängig von den Besuchern am Laufen behalten. Deshalb war es für sie möglich, relativ kurzfristig wieder zu öffnen. Das Hochfahren eines Freizeitparks funktioniert nicht von heute auf morgen, das braucht einen gewissen Vorlauf“, erklärt Schwedek. In einem Positionspapier ist die Rede von mindestens drei Wochen.

Der Verband fordert deshalb eine klare Öffnungsperspektive für die Betreiber der Freizeitparks: „Die meisten Parks arbeiten mit Saisonkräften, die sie einstellen müssen. Aber wenn man jetzt die Verträge schließt, kann es sein, dass man auf den Kosten sitzen bleibt, sollte ein Betrieb kurzfristig doch nicht möglich sein. Da gibt es viel Unsicherheit in der Branche und wenig entgegenkommende Flexibilität seitens der Behörden.“

Viele Wild- und Freizeitparks teilweise geöffnet

Kompliziert ist es auch für Anlagen, die sowohl Tierpark als auch Freizeitpark sind. Sie haben meist teilweise geöffnet:

Serengeti Park, Hodenhagen, Niedersachsen: Der Safari-Park ist für Tagestouristen geöffnet, diese dürfen mit dem eigenen Auto oder mit dem parkeigenen Doppeldeckerbus durch die Anlage fahren. Geöffnet sind auch die Spielplätze und es gibt Snack-Angebote zum Mitnehmen. Bis auf Weiteres geschlossen bleibt aber der angeschlossene Freizeitpark mit Fahrgeschäften und anderen Attraktionen. Deshalb gibt es derzeit auch reduzierte Eintrittspreise. Eifelpark Gondorf bei Bitburg, Rheinland-Pfalz: Der Wildpark und die Spielplätze sind von 10 bis 16 Uhr geöffnet, genauso wie der Imbiss und das Eiscafé. Die Fahrgeschäfte und andere Attraktionen bleiben aber bis auf Weiteres geschlossen. Auch hier gelten reduzierte Eintrittspreise. Besucher müssen vorab ein Onlineticket buchen oder reservieren. Kurpfalzpark Wachenheim, Rheinland-Pfalz: Auch hier sind der Wildpark und die Spielplätze von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Die Fahrgeschäfte und andere Attraktionen bleiben aber bis auf Weiteres geschlossen. Es ist eine vorherige Reservierung erforderlich. Wild- & Freizeitpark Klotten/Cochem, Rheinland-Pfalz: Der Wildpark und die Spielplätze sind geöffnet. Die Fahrattraktionen sind geschlossen und es finden keine Shows statt. Termine müssen vorher online reserviert werden. Wild- und Freizeitpark Allensbach, Baden-Württemberg: Der Park ist bis auf Weiteres komplett geschlossen. Wild- und Freizeitpark Willingen, Hessen: Seit 1. April ist der Wildpark geöffnet, die Fahrgeschäfte bleiben aber bis auf Weiteres außer Betrieb und es finden vorerst keine Vogelshows statt. Die Terminvergabe erfolgt direkt vor Ort an der Kasse über das ausliegende Kontaktformular. Der Imbiss ist für Speisen zum Mitnehmen geöffnet.

Der Verband Deutscher Freizeitparks und Freizeitunternehmen lobt die Öffnung der Wildparks. Besonders Familien und Kinder bräuchten derzeit sichere Freizeitangebote. Das werde durch die ausgefeilten Hygienekonzepte gewährleistet. „Wenn touristische Reisen vermieden werden sollen, muss die Politik vor allem den vom Lockdown am stärksten Betroffenen alternativ lokale Freizeitangebote ermöglichen“, sagt Jürgen Gevers, Geschäftsführer des VDFU.

Von Anne Grüneberg/RND