Die Commerzbank plant unter dem Strich einen Abbau von etwa 7500 Stellen. Quelle: Arne Dedert/dpa

Commerzbank: Einigung über Modalitäten des Stellenabbaus

Frankfurt/Main. Der Rahmen für den Abbau Tausender Stellen bei der Commerzbank steht. Management und Arbeitnehmervertreter haben sich auf die Eckpunkte für Interessenausgleich und Sozialplan im Inland geeinigt, wie der Frankfurter MDax-Konzern und die Gewerkschaft Verdi am Freitag mitteilten.

Betriebsbedingte Kündigungen noch möglich

Die Bank teilte mit, sie wolle den Stellenabbau „vor allem über Altersregelungen, wie Altersteilzeit oder Vorruhestand, umsetzen“. Nach Verdi-Angaben können Beschäftigte bis zum Geburtsjahrgang 1968 acht Jahre lang in Altersteilzeit oder für sieben Jahre in den Vorruhestand gehen. Wer bereit sei, sich innerhalb des Konzerns zu verändern, solle eine „Sprinterprämie“ erhalten. Daneben seien auch Abfindungsangebote möglich.

Betriebsbedingte Kündigungen sind jedoch nicht gänzlich vom Tisch: In zwei Jahren kommt das bis dahin Erreichte auf den Prüfstand. Sollte das Management dann feststellen, „dass die bisherigen Maßnahmen nicht ausreichen“, werde mit den Arbeitnehmergremien im ersten Quartal 2023 über erforderliche weitere Schritte gesprochen: „Dazu gehören kollektive Arbeitszeitverkürzung oder betriebsbedingte Kündigungen als letztes Mittel.“

Im nächsten Schritt wird der Zuschnitt der Geschäftsbereiche verhandelt

Mit einem harten Sparkurs will der seit Jahresbeginn amtierende Konzernchef Manfred Knof das Institut zurück in die Erfolgsspur führen. Der Vorstand hatte angekündigt, bis Ende 2024 weltweit 10.000 der zuletzt 39.500 (Stand Ende 2020) Vollzeitstellen zu streichen. Zugleich will die Bank etwa 2500 Vollzeitstellen aufbauen. Dies soll unter anderem bei der MBank in Polen geschehen. Unter dem Strich baut die Commerzbank somit etwa 7500 Stellen ab.

In einem nächsten Schritt müssen die Sozialpartner nun aushandeln, wie die Geschäftsbereiche künftig zugeschnitten sein werden. Auch noch nicht ausgemacht ist, welche Standorte dem Sparkurs zum Opfer fallen. Der Vorstand will das Filialnetz in Deutschland von 790 auf 450 Standorte stutzen.

Konzernumbau kostet mehr als zwei Milliarden Euro

„Interessenausgleich und Sozialplan bilden den Rahmen, um die Verhandlungen bis zum Jahresende abschließen zu können“, erklärte Personalchefin Sabine Schmittroth. Nach Ansicht von Uwe Tschäge, Vorsitzender des Gesamt- und Konzernbetriebsrats, ist eine „sozialverträgliche Gestaltung des Abbaus“ nun „auf einem guten Weg“. Verdi-Bundesvorstandsmitglied Christoph Schmitz mahnte, es sei „jetzt wichtig darauf zu achten, dass nicht zu viele Beschäftigte zu schnell gehen wollen und wir die restliche Belegschaft nicht überlasten“.

Die Kosten für den bis 2024 angelegten Konzernumbau beziffert das Institut nun auf „etwas mehr als zwei Milliarden Euro“. Bislang war der Vorstand von 1,8 Milliarden Euro ausgegangen. Gut 900 Millionen Euro wurde bereits im vergangenen Jahr in der Bilanz berücksichtigt. Für das erste Quartal 2021 hatte die Bank Anfang April die Bildung von weiteren Rückstellungen in Höhe von rund 470 Millionen Euro angekündigt. Die verbleibenden Aufwendungen für den Personalabbau will die Bank im zweiten Quartal dieses Jahres buchen.

RND/dpa