Nach monatelanger Schließung haben die Friseurläden seit März wieder geöffnet. Doch das Geschäft läuft vielerorts schlecht. Quelle: Fabian Sommer/dpa

Corona-Testpflicht: Viele Friseure klagen über Flaute im Salon

Köln. Wegen der Coronavirus-Krise hatten die Friseurläden von Mitte Dezember bis Anfang März geschlossen. Kurz nach der Wiederöffnung war die Freude über das Ende der haarsträubenden Zeit groß – viele Friseure machten Überstunden. Doch nun ist in vielen Salons wieder Ruhe eingekehrt.

„Das hat verschiedene Gründe“, sagt Harald Esser, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Friseurhandwerks. „Wer auf dem Land wohnt, hat in der Regel weniger oder keine Möglichkeit, sich schnell und unproblematisch testen zu lassen. Für unsere Kundinnen und Kunden besteht aber eine Testpflicht, wo die Bundesnotbremse greift.“

Der Test, den die Kundschaft beim Friseur vorzeigen muss, darf nicht älter als 24 Stunden sein. Die konkreten Anforderungen dabei sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Als Nachweis gilt in der Regel ein ärztliches Zeugnis, ein anderes Testergebnis auf Papier oder in einem elektronischen Dokument. In manchen Städten – wie beispielsweise in Köln – führt das Friseurpersonal auch vor Ort Corona-Schnelltests durch.

Bewährte Hygieneregeln

Ein weiterer Grund für die Flaute im Salon ist laut Friseurverbandschef Esser, dass viele Kundinnen und Kunden befürchten, sich anzustecken. „Diese Angst ist völlig unbegründet“, meint Esser: „Schließlich sind die Hygieneregeln mit Maske und Abstand mittlerweile bewährt. Dazu kommt, dass sich alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter regelmäßig testen lassen.“

Apropos Corona-Regeln: „Weniger Kunden sind es natürlich derzeit auch, weil durch die Abstandsregelung in den Läden weniger Plätze zu Verfügung stehen“, sagt Esser, der selbst seit vielen Jahren einen Salon in Köln führt.

Und schließlich würden viele aus der Kundschaft nun auf Zeit spielen: Nach dem Motto: Ich warte erst mal ab, bis ich geimpft bin. „Und sie erinnern sich, dass sie es Anfang des Jahres auch eine ganze Weile ohne Schnitt und Farbe vom Profi ausgehalten haben.“

Wunsch nach besserer Priorisierung

Der Friseurverbandschef sieht trotz allem optimistisch in die Zukunft: „Es ist schon eine große Erleichterung, dass die Testpflicht für vollständig Geimpfte und Genesene jetzt bundesweit entfällt. Das ist der erste Schritt in Richtung Normalität für den Salonalltag“, sagt Esser, der sich wünscht, dass „nun auch endlich bundesweit die Friseurinnen und Friseure als körpernahe Dienstleister in die Impfkampagne integriert werden und in der Priorisierung nach vorne rücken“.

Von Katrin Schreiter/RND