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Der Ölpreis in Deutschland setzt sich aus mehreren Faktoren zusammen. Quelle: Sven Hoppe/dpa

Welche Faktoren bestimmen den Benzinpreis?

Wenn der Benzinpreis steigt, sorgt das immer wieder für Frust bei Autofahrern. Doch wer profitiert überhaupt von steigenden Benzin- und Dieselpreisen? Den größten Anteil am Benzinpreis machen Steuern aus, gefolgt von den Kosten für Rohöl. Der Gewinn der Tankstelle liegt dagegen im Cent-Bereich.

Benzinpreis-Zusammensetzung: Der Großteil sind Steuern

Der Preis für Benzin und Diesel setzt sich aus der Energiesteuer, der Mehrwertsteuer und seit dem 1. Januar 2021 auch aus einer CO₂-Steuer zusammen. Die Einführung der CO₂-Steuer hatte zur Folge, dass „Benzin um etwa 7 und Diesel um 8 Cent je Liter teurer geworden sind“, erklärt ADAC-Sprecherin Katja Legner gegenüber dem Redaktions­Netzwerk Deutschland (RND).

Hinzu kommen die Einkaufspreise für Benzin und Diesel. Sie sind von „Faktoren wie Rohölpreis, Dollar-Kurs und der Angebots- und Nachfragesituation auf dem Weltmarkt abhängig“, sagt Peter Kretzschmar von der Tankstellenkette Aral (BP Europa) dem RND. Außerdem müssen Mineralöl­unternehmen einen Beitrag an den deutschen Erdöl­bevorratungs­verband (EBV) zahlen – „für die Einlagerung von Mengen für mögliche Krisenzeiten“, erklärt Kretzschmar.

Der letzte Bestandteil des Benzinpreises ist der sogenannte Deckungsbeitrag. Er enthält Kosten für Transport, Lagerhaltung, Verwaltung, Vertrieb und Weiterverarbeitung bis zur Zapfsäule sowie die CO₂-Abgabe und den Gewinn der Mineralöl­konzerne. Aral strebt zum Beispiel einen Gewinn von ein bis zwei Cent pro Liter an, so der BP-Sprecher gegenüber dem RND.

Im Detail: Benzinpreis und Dieselpreis aufgeschlüsselt

Ein Benzinpreis für Super E10 setzt sich wie folgt zusammen:

Der Preis für Diesel an der Tankstelle ist niedriger. Dies liegt vor allem an der geringeren Energiesteuer. So gliedert sich ein Dieselpreis auf:

Günstiger tanken: Tipps für preiswerten Sprit

Die Benzinpreise sind regional unterschiedlich: In einigen Bundesländern sind die Spritpreise meist etwas niedriger als in anderen. Das hänge von der unterschiedlichen Tankstellen­dichte sowie Überkapazitäten in einigen Tanklagern zusammen, erklärt die Tankstellenkette Total gegenüber dem RND. Alexander von Gersdorff vom Mineralöl­wirtschafts­verband sagte dem RND, dass zum Beispiel der Konkurrenzdruck in Grenzregionen zu Polen und Österreich sehr hoch sei. Kurze Transportwege, wie etwa zur Raffinerie Leuna in Sachsen-Anhalt oder zu Tankstellen nahe des Rheins könnten ebenfalls zu günstigeren Benzinpreisen führen.

Der ADAC rät Kundinnen und Kunden, möglichst zwischen 20 und 22 Uhr zu tanken. Da seien die Spritpreise in der Regel am niedrigsten. Außerdem lohne es sich, immer wieder die Preise zu vergleichen. Preisvergleichs-Webseiten und verschiedene Apps zum Benzinpreis­vergleich helfen dabei.

Von Sven Christian Schulz /RND